Projekt der Klasse 8b „Riesengebirge - Geografie, Flora und Fauna einer Landschaft im Zentrum Europas“
Augustum-Annen-Gymnasium
Montag, den 16.06.
Nach einer etwa zweistündigen Busfahrt von Görlitz nach Jagniątków erreichten wir unsere Pension, hielten dort jedoch nur kurz, bevor wir direkt zum Bildungszentrum des Karkonoski Nationalparks aufbrachen.
Dort nahmen wir an einem spannenden Workshop teil, bei dem wir viel über die einzigartige Flora und Fauna des Riesengebirges erfuhren. In der multimedialen Ausstellung konnten wir typische Pflanzen- und Tierarten der Region kennenlernen und erhielten Einblicke in die verschiedenen Vegetationszonen, die sich je nach Höhenlage unterscheiden. Besonders eindrucksvoll war ein großes Geländemodell des Gebirges, das die Topografie und die ökologischen Zusammenhänge anschaulich darstellte. Der Workshop regte zum Nachdenken über den Natur- und Artenschutz an und vermittelte auf interaktive Weise die Bedeutung des Nationalparks.
Nach dem Besuch im Bildungszentrum begann unsere Wanderung zur Burgruine Kynast (Chojnik). Unterwegs erklärte uns Frau Paczos den Unterschied zwischen Granit und Basalt sowie deren Entstehung. Etwa auf halber Strecke mussten wir durch eine schmale Felsspalte klettern, die nur etwa ein bis zwei Meter breit war. Nach einigen Kilometern erreichten wir schließlich die Burgruine, wo wir Zeit hatten, uns umzusehen.
Ein Großteil der Klasse stieg auf den Aussichtsturm, der über eine enge Wendeltreppe zugänglich war. Von oben bot sich ein großartiger Blick über die Umgebung. Die Burg wurde im 14. Jahrhundert erbaut, gehörte lange der Familie Schaffgotsch und brannte 1675 nach einem Blitzeinschlag ab – seither ist sie eine Ruine im Nationalpark Riesengebirge.
Nach etwa einer halben Stunde machten wir uns zügig auf den Rückweg, um rechtzeitig unseren Bus zu erreichen. Am Abend wurden wir mit einem leckeren Abendessen empfangen und hatten anschließend Zeit, in Ruhe auszupacken und anzukommen.
Dienstag, den 17.06.
Unser Dienstag begann mit einem ausgiebigen und äußerst leckeren Frühstück in unserer Unterkunft (Koralowa Ścieżka). Mit gemischter Stimmung brachen wir in Richtung Schneegruben (Śnieżne Kotły) auf – dem Tagesziel, einige jedoch leider mit etwas zu sparsam aufgetragener Sonnencreme, was sich am Ende des Tages schmerzlich bemerkbar machte. Nach rund zwei Stunden intensiven Wanderns erreichten wir eine Aussichtsplattform, von der aus wir ein wunderschönes Panorama genießen konnten.
Mit neuer Motivation – zumindest bei den meisten – ging es weiter hinauf zum Kamm des Gebirges, wo wir eine spektakuläre Aussicht hatten, während wir Schritt für Schritt die beeindruckende Berglandschaft durchquerten. Nach diesem Ausblick legten wir eine kurze Pause an einer Baude ein, bevor wir unser eigentliches Ziel erreichten: die Śnieżne Kotły.
Anschließend wanderten wir buchstäblich über „Wurzel und Stein“ unterhalb des Kamms entlang der Schneegruben zurück ins Tal. Mit Blasen an den Füßen und etwa 20 Kilometern Wanderung hinter uns kamen wir pünktlich zum reichhaltigen, leckeren Abendessen zurück. Mit vielen neuen Eindrücken und Erlebnissen ging auch dieser anstrengende, aber wunderschöne Tag zu Ende.
Mittwoch, den 18.06.
Der Mittwoch unserer Exkursion begann wie gewohnt mit dem Frühstück um 8:00 Uhr. Bereits um 9:30 Uhr kamen Frau Tiebel und Frau Korman zu uns, die spannende Geländearbeiten mit uns durchführen sollten. Wir wurden in zwei Gruppen aufgeteilt.
Die erste Gruppe machte sich unter der Leitung der beiden Lehrerinnen auf den Weg zum Fluss Wrzosówka in Jagniątków. Dort erledigten die Schüler verschiedene Aufgaben rund um das Thema Wasser und die umliegende Natur. Die zweite Gruppe hatte in der Zwischenzeit eine Pause – Zeit zum Entspannen, für Gespräche und zum Genießen der schönen Berglandschaft.
Nach dem Mittagessen tauschten die Gruppen ihre Plätze: Die zweite Gruppe ging nun zum Fluss, um die gleichen Bildungsaufgaben zu absolvieren, während die erste Gruppe sich ausruhen konnte.
Am Abend erwartete uns ein besonderes Highlight – ein Lagerfeuer. Gemeinsam grillten und aßen wir Würstchen und Marshmallows. Es war eine tolle Gelegenheit zum Zusammensein, Lachen und gemeinsamen Singen. Das Lagerfeuer endete kurz vor 22:00 Uhr, also rechtzeitig vor der Nachtruhe. Es war ein Tag voller Aktivitäten, Naturerlebnis und viel Spaß – der uns sicher noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Donnerstag, den 19.06.
Am Donnerstag unternahmen wir eine unserer längeren Touren. Unser Hauptziel war die Schneekoppe (Śnieżka) – der höchste Gipfel des Riesengebirges mit 1603 Metern über dem Meeresspiegel. Nach etwa einer Stunde Busfahrt erreichten wir Karpacz, von wo aus wir den blauen Wanderweg Richtung Strzecha Akademicka Hütte einschlugen. Bevor wir zum Gipfel aufstiegen, machten wir eine halbstündige Pause in der gelben Hütte Dom Śląski zum Essen und Ausruhen.
Für den Aufstieg entschieden wir uns für den steilen, aber kürzeren Schwarzen Weg (Czarny Szlak) über die Zakosy. Die Aussicht vom Gipfel war atemberaubend – wir konnten das gesamte Panorama des Riesengebirges sowie die tschechische Seite der Berge sehen. Auf der Schneekoppe verbrachten wir einige Zeit mit Ausruhen und Genießen der Aussicht. Unser Guide erzählte uns von der charakteristischen Kapelle des Heiligen Laurentius, die sich direkt auf dem Gipfel befindet – das einzige Gebäude in Polen in solcher Höhenlage. Außerdem besichtigten wir das polnische Meteorologische Observatorium mit seiner markanten „fliegenden Untertasse“ auf dem Dach sowie die saisonal geöffnete Poststelle, von der aus man eine Postkarte direkt vom Gipfel verschicken kann.
Den Rückweg traten wir auf einem längeren, aber sanfteren Weg an – dem Jubiläumsweg (Droga Jubileuszowa), der zurück zur Dom Śląski Hütte führt. Unterwegs kamen wir an den malerischen Gletscherseen Wielki Staw und Mały Staw vorbei. Außerdem legten wir eine Pause an der Schutzhütte Samotnia ein, die direkt am Ufer des Mały Staw liegt und zu den ältesten Berghütten Polens zählt. Der weitere Weg führte uns durch das Gebiet des Weißen Grabens (Biały Jar), das für eine tragische Lawine im Jahr 1968 bekannt ist. Zum Abschluss erreichten wir die berühmte hölzerne Wang-Kirche – ein aus Norwegen versetztes Bauwerk, das sich harmonisch in die Landschaft des Riesengebirges einfügt. Dort hatten wir die Gelegenheit, das Innere der Kirche zu besichtigen und mehr über ihre Geschichte zu erfahren.
Die Exkursion war sehr gelungen – das Wetter spielte mit, wir sahen viele außergewöhnliche Orte und bestiegen den höchsten Gipfel der polnischen Sudeten.
Freitag, den 20.06.
Am Freitag startete unser Tag mit einem Besuch im Gerhart-Hauptmann-Museum, das dem berühmten deutschen Schriftsteller und Nobelpreisträger gewidmet ist. Dort erhielten wir eine spannende Führung, bei der wir nicht nur viel über Hauptmanns Leben und Werke erfuhren, sondern auch Einblicke in die Zeitgeschichte und Kultur seiner Epoche bekamen. Besonders beeindruckend waren die Originalausgaben seiner Stücke und Briefe sowie die liebevoll eingerichteten Ausstellungsräume, die eine besondere Atmosphäre schufen.
Anschließend kehrten wir in unsere Unterkunft zurück, um Tests zu dem im Projekt behandelten Stoff zu schreiben. Die Aufgaben forderten uns heraus, spiegelten aber auch gut wider, was wir während des Projektes gelernt hatten. Die Atmosphäre war konzentriert, und viele nutzten die Gelegenheit, ihr Wissen unter Beweis zu stellen.
Nach getaner Arbeit genossen wir ein letztes gemeinsames, leckeres Mittagessen, bei dem wir die Reise noch einmal Revue passieren ließen und unsere schönsten Erlebnisse austauschten. Danach traten wir die Heimfahrt an, müde, aber zufrieden und voller neuer Eindrücke, die uns noch lange in Erinnerung bleiben werden.
Wir bedanken uns bei der Sanddorf-Stiftung für die finanzielle Unterstützung unseres Projektes.
