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vom 15.01.8460

Alpenexkursion 2025 - Unser Tagebuch

Augustum-Annen-Gymnasium

1. Tag – Samstag, 14.06.

Start 6.12 Uhr Bahnhof Görlitz und dann über Dresden – Hof – München – Innsbruck – Imst nach Stillebach im Pitztal – Ankunft 19.10 Uhr – Schnell geht anders – preiswert nur so 😊

 

2. Tag - Sonntag, 15.06.

St. Leonhard im Pitztal. Es ist 7:30 Uhr, die Sonne scheint und die Alpen rufen – ebenso wie Herr Schnabel zum Frühstück. Allerdings wurden wir nicht laut genug gerufen, sodass wir 20 Minuten zu spät kamen. Egal – Doris, unsere Gastgeberin, hatte zum Glück noch genug Äpfel und Brotscheiben übrig.

Um 9:00 Uhr wanderten wir pünktlich – wie die Deutschen eben sind – fröhlich los. Auf dem Weg zur Arzler Alm lachte uns NOCH die Sonne ins Gesicht, ebenso wie sämtliche Kühe und Kälber, die braune Flecken auf der Wiese hinterließen. Die Straße überquerend, begrüßte uns „Doris 2.0“, die uns etwa eine Stunde später auch oben auf der Alm empfing.

Dort füllten wir uns schweren Atems die Flaschen am Brunnen auf, wobei auch ein paar Tropfen auf dem ein oder anderen landeten. Da es warm war, machte uns das nichts aus, und schnell waren wir schlafend im Gras verschwunden – die Kuhglocken als Schlaflied. Nach 20 Minuten mussten wir uns allerdings wieder erheben, da uns der Gipfel wohl bereits erwartete.

Die Hitze erwies sich als etwas zu dominant, was den Aufstieg erschwerte. Zu unserer Erlösung kam dann der Gletscherbach, in dem sich jeder einmal abkühlen konnte. Einige Höhenmeter später erblickten wir endlich das langersehnte Ziel: das Gipfelkreuz des Rappenkopfes.

Zu unserer Enttäuschung war das Gipfelbuch leider bereits komplett gefüllt. Deshalb unterschrieben wir Wandermädels alle auf einem separaten Papier und mussten sogar noch ein kleines Gedicht verfassen. Auch die nepalesischen Flaggen von Frau Götz fanden ihren Platz und machten den nun zugezogenen Himmel doch noch etwas heiterer. Nur 10 Minuten waren vergangen, als uns der erste Schauer erwischte. Somit fiel die lange Mittagspause wortwörtlich ins Wasser.

Auf dem Rückweg zur Arzler Alm begleitete uns zum Glück wieder strahlender Sonnenschein. So teilten wir uns auf: Einige verweilten noch ein bisschen auf der Alm, während wir – Miri, Zosia und Toni – uns (dummerweise?) entschieden, bereits den Abstieg anzutreten.

Drei Wandermädels alleine im Wald – ob das gut geht? Leider nicht ganz. Denn plötzlich fing der Himmel an zu grollen, die Wolken wurden dichter, und die Baumwipfel bewegten sich im Rhythmus des Windes. Durch den prasselnden Regen bekamen wir bereits unsere langersehnte Dusche, allerdings etwas zu früh. Schreiend begannen wir, den Berg hinunterzurennen. Unsere Schuhe hatten sich inzwischen in kleine Teiche verwandelt. Es blitzte und donnerte um uns herum, doch weit und breit war nur Wald und Straße. Der Weg führte uns nur geradeaus – an ein Zurück war längst nicht mehr zu denken.

Google Maps meinte, wir würden eine Stunde und 20 Minuten ins Tal benötigen. Dank unseres Adrenalins schafften wir es in 30 Minuten. Als wir endlich ein Haus sahen, kamen bald auch Autos und Zivilisten – unsere Rettung war versprochen. Der Stein, der uns nun vom Herzen fiel, war der größte seit einer ganz schön langen Weile.

Komplett durchnässt und vor Kälte zitternd, liefen wir schnell in unsere Unterkunft zurück. Auf dem Weg kamen wir an der Pferdekoppel mit dem kleinen Fohlen, dem Büffelgehege und dem Kälbchenstall vorbei. Dann gaben wir uns jeweils einer langen, heißen Dusche hin – und kurz darauf unseren Bettchen.

Um 18:30 Uhr wartete Doris schon mit ihrem täglichen 4-Gänge-Menü: Suppe, Salat, Schnitzel mit Pommes und Schokopudding. Den Abend ließen wir mit Gesprächen in der gemütlichen Stube ausklingen. Was für ein erlebnisreicher Tag – und der Regen hörte immer noch nicht auf!

 

3. Tag – Montag, 16.06.

Es war neblig und wirkte regnerisch, als wir heute unsere Unterkunft verließen. Mit dem Bus ging es ins nächste Dorf. Von dort aus bestiegen wir den Wanderweg zur Rüsselsheimer Hütte – rund 900 Höhenmeter.

Beschwerlich, aber von der Lust getrieben, die Alpen zu erkunden, stiegen wir voller Energie und Vorfreude hinter Herrn Schnabel im Gänsemarsch den Berg hinauf. Zwischendurch lichtete sich immer wieder die Sicht und offenbarte uns eine wunderschöne Alpenlandschaft.

Eine Playlist mit Liedern von Coldplay, ABBA, Bibi und Tina und vielen weiteren Wünschen motivierte uns immer wieder. Sogar Herr Schnabel war so berührt, dass er seine Handytaschenlampe zückte und damit für echtes Konzertfeeling sorgte.

Mit Musik und einer atemberaubenden Aussicht erreichten wir schließlich die Hütte. Dort begann der schönste Teil des Tages: über den Wolken, mit wunderbar leckerem Essen und in schöner Gemeinschaft – ganz alleine, ohne andere Gäste. Eine Gitarre gab es auch, und wir nutzten sie, um laut und voller Freude Karaoke zu singen. Herr Schnabel und Johanna übernahmen dabei die führende Rolle und begleiteten uns.

Der Rückweg war dann beschwerlich. Der steile Anstieg wurde uns nun zum Verhängnis. Doch dieser Abstieg wurde uns versüßt durch den niedlichen Anblick von zwei Murmeltieren. Gespannt schauten sie uns an und rührten sich keinen Zentimeter. Wir genossen den Moment und verweilten kurz.

Unten angekommen, erwarteten uns freundliche Kühe, die uns mit ihrem wunderbaren Fell und ihrer Zutraulichkeit beeindruckten. Wieder zu Hause gab es – wie immer – ein leckeres Abendessen, gezaubert von unserer lieben Doris. Mit einem kleinen Spaziergang zum nahe gelegenen Teich mit Floß verabschiedeten wir diesen wunderschönen Tag.

 

4. Tag – Dienstag, 17.06.

Wir starten den Tag etwas müde. Paye hat seit der gestrigen Wanderung Knieschmerzen, doch nachdem er von Frau Götz professionell eingetapet wurde und wir uns das leckere Frühstück haben schmecken lassen, ging die Wanderung los. Nach einer kurzen Busfahrt folgten wir zu Fuß zunächst den Bergstraßen und wanderten über verschiedene matschige Wiesen hinauf zur Mauchele Alm. Dort legten wir eine Pause ein, genossen ein Sonnenbad und leckeren Kuchen, bevor wir zum Brechsee hochstiegen.

Oben angekommen, kletterten wir direkt auf einen Felsen im See, um das perfekte Gruppenfoto zu machen. In der wunderschönen Landschaft des eiskalten Bergsees holte auch Elias seine Drohne heraus, um einzigartige Fotos zu machen. Nach einer ausgiebigen Pause wanderten wir wieder hinunter zur Söllberg Alm. Dort hat uns der sympathische Gastwirt Franz in traditioneller österreichischer Tracht begrüßt.

Bei einem leckeren Kaiserschmarrn fragte Paye kurzerhand, ob der Gastwirt jodeln könne. Daraufhin holte Franz direkt sein Akkordeon heraus und stimmte traditionelle Tiroler Lieder an. Wir stimmten sofort aus voller Kehle ein und gaben unser Bestes beim Jodeln. Kleine Jodelübung für euch: „hol’n Rührei, hol’n Radio.“

Nach der emotionalen Gesangseinlage und einem Gruppenfoto mit Franz setzten wir unseren Rückweg fort. Um 18 Uhr waren wir geschafft, aber sehr glücklich in der Unterkunft, wo Doris bereits wieder lecker gekocht hatte. Dieses Mal ging es früh für uns ins Bett, um Kraft für die morgige Wanderung zu sammeln.

 

5.   Tag – Mittwoch, 18.06.

Der fünfte Tag war mit Abstand der anspruchsvollste – allein schon, weil wir um 6.45 Uhr (oho!) frühstücken mussten. „Den Paul und seinen Gaul“ noch im Ohr, fuhren wir mit dem Bus nach Mittelberg. Von dort aus machten wir uns auf den Weg zur Braunschweiger Hütte, obwohl es von unten gar nicht so aussah, als könne man sie erreichen.

Zuerst ging es im Schatten durch das Tal, wo uns grasende Pferde und Kühe begegneten. Ein paar Streicheleinheiten später führte uns ein schmaler Pfad entlang eines Wasserfalls nach oben. Die Sonne, die uns zu Beginn noch angenehm wärmte, wurde uns schnell zum Verhängnis, sodass wir nur so mit Sonnencreme, -hüten und -brillen um uns warfen. Murmeltiere beobachtend, kletterten wir über größere und kleinere Felsen nach oben, bis wir schließlich auf einer (nicht schneebedeckten!) Skipiste landeten. Wir folgten ihrem steilen Anstieg und konnten so bereits den (dreckigen) Gletscher erspähen.

Zuletzt führte uns ein steiniger Steig, der unsere volle Konzentration erforderte, hinauf zur Hütte. Oben angekommen, gönnten wir uns erst einmal das leckere, übrigens sehr zu empfehlende, Essen der Hüttenküche. Frisch gestärkt führte uns der Himalaya-Bergführer Macchindra über teils schneebedeckte Wege auf den Karleskopf. Dort angekommen, weihte er uns zusammen mit Frau Götz in eine nepalesische Bergtradition ein, mit der wir der Welt Frieden wünschten.

Auf dem Rückweg warf uns Frau Koch hinterhältigerweise mit Schneebällen ab, da die Schulordnung hier nicht galt 🙂. Untermalt wurde das Ganze vom Lied „Willst du einen Schneemann bauen?“ aus Frozen.

Begleitet von diesem Ohrwurm meisterten wir den herausfordernden Rückweg. Je mehr wir an Höhe verloren, desto heißer wurde es – leider. So mussten wir in der Hitze auf den Bus warten, der uns glücklicherweise zum Abendessen brachte. Die liebe Doris kochte uns ein famoses Gemüsecurry, das wir sofort verschlangen.

Voller wunderschöner Eindrücke, aber sehr müde, fielen wir danach sofort ins Bett.

 

6.  Tag – Donnerstag, 19.06.

Melancholisch starteten wir in den letzten Wandertag. Ziel war der Rifflsee. Auf dem Weg bekam jemand Nasenbluten, weshalb wir uns „leider“ eine etwas längere Pause gönnen mussten. Als trainierte Wanderer erklommen wir die 600 Höhenmeter jedoch wie im Flug.

Oben angekommen, legten wir uns zum Mittagsschlaf auf eine Wiese – nur um dann zu erfahren, dass sich das Ziel 10 Minuten weiter befand. Deshalb machten wir eine weitere ausgedehnte Pause, sobald wir den malerisch türkisen Rifflsee erreichten. Wir aßen unser Mittagessen, ließen die Füße ins Wasser baumeln und beobachteten Fische.

Da es viel zu schön war, um schon wieder aufzubrechen, verlängerten wir die Pause um eine halbe Stunde und sonnten uns auf der Bergwiese.

Beim Abstieg streichelten wir Esel, Pferde und Kühe, die auf der Alm grasten. Auf der Taschachalm kauften wir preisgekrönten Käse und aßen (mal wieder). Über die Lautsprecher hörten wir „Paul und seinen Gaul“ und konnten uns nicht vom Mitsingen abhalten.

Den Rückweg durften wir selbstständig bestreiten. Ob zu Fuß oder mit dem Bus – alle kamen an und konnten das tägliche Kneipp-Ritual durchführen.

Zum Abendessen gab es Kaiserschmarrn, den wir in uns hineinschaufelten, als gäbe es kein Morgen (gab es ja auch nicht ☹). Der letzte Abend wurde kulturell gefüllt: Wir tanzten, machten Bergyoga, spielten Spiele, rätselten und hingen Erinnerungen nach. Da wir am nächsten Tag sowieso nur Zug fahren würden, hielten es einige von uns nicht für nötig, früh schlafen zu gehen. Stattdessen betrachteten sie ausgiebig den sternenklaren Nachthimmel.

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge traten wir am nächsten Tag die unausweichliche Abreise an. Um ein Gedicht, das wir während des Wanderns geschrieben haben, zu zitieren:

„Über Stock und über Stein,
das kann doch nur die Freiheit sein.
Staunend schauen wir in die Ferne,
hier wandern wir doch sehr gerne.“

 

7. Tag – Freitag, 20.06.

 Heimfahrt – ähnlich langwierig wie auf der Hinfahrt – und so endete um 22.48 Uhr mit der Einfahrt in den Görlitzer Bahnhof die Alpenexkursion 2025.

von Lena, Agnes, Friederike, Cäcilia, Greta, Johanna & Paye