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SJ 23/24/2024-06-02

Impressionen der Teilnahme an der SimEP 2024

Die Europawahlen am 09. Juni rücken immer näher. Nicht nur deswegen entschied sich der GRW-Kurs von Herr Kerkhoff, an der diesjährigen SimEP in Dresden teilzunehmen. Eine Reportage der beteiligten Schüler.

Arend Friedenstab:
Mit klopfendem Herzen und dem Puls der Demokratie im Hintergrund tauchen wir ein in die faszinierende Wel...
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Die Europawahlen am 09. Juni rücken immer näher. Nicht nur deswegen entschied sich der GRW-Kurs von Herr Kerkhoff, an der diesjährigen SimEP in Dresden teilzunehmen. Eine Reportage der beteiligten Schüler.

Arend Friedenstab:
Mit klopfendem Herzen und dem Puls der Demokratie im Hintergrund tauchen wir ein in die faszinierende Welt der SimEP Sachsen vom 25.März 2024. Ein ganztägiges Planspiel, welches die Dynamik und Herausforderungen des Europäischen Parlaments auf beeindruckende Weise nachbildet. Hier treffen junge Menschen zusammen, um in die Rollen von Abgeordneten zu schlüpfen und sich in hitzige Debatten über Gesetzesvorschläge zu stürzen. Willkommen zu einem Tag voller Leidenschaft, Politik und dem Streben nach europäischer Einigung. Als eine von etwa 20 verschiedenen Schulen aus Sachsen nimmt unser GRW-Kurs in Begleitung von Herr Kerkhoff und Herr Kossatz an der Simulation teil und hofft, einen Einblick in das politische Leben zu gewinnen. Diesen wollen wir Ihnen hiermit vermitteln und Sie teilhaben lassen an der aufregenden Veranstaltung.
Doch erstmal geht der Tag los wie jeder andere. Naja, nicht ganz, da wir bereits um 6 Uhr am Görlitzer Bahnhof erscheinen müssen, um pünktlich 8 Uhr zum Beginn der SimEP in Dresden einzutreffen. Für manche von uns bedeute dies, dass der Wecker bereits 4 Uhr klingelt, um den Tag einzuleiten. Auch wenn viele von uns zu diesem Zeitpunkt bereuen, sich für das Projekt eingeschrieben zu haben, ändert sich dies, als wir im sächsischen Landtag eintreffen. Das Gebäude mit seiner schönen Lage an der Elbe und der prächtigen Außenansicht vermittelt den Eindruck, als müsse es Spaß machen, hier zur Arbeit zu gehen.
Schließlich treten wir ein und finden wir uns langsam in den uns zugeteilten Fraktionen ein und tauschen uns bereits mit anderen Schülern aus, die ebenfalls nicht wirklich wissen, was uns erwartet. Auch unsere Lehrer verlassen wir jetzt, sie werden am heutigen Tag nur Zuschauer sein.
Im Saal werden wir von verschiedenen Leuten, unter anderem dem sächsischen Landtagspräsidenten und den Veranstaltern der SimEP, den Jungen Europäischen Föderalist:innen begrüßt und wir bekommen bereits ein Gefühl für die Aufgabe, die uns für den Tag vorliegt.
 
Conrad Dreßler:
Doch wie genau funktioniert die Gesetzgebung der EU? Grundsätzlich braucht es 3 Institutionen, welche zusammenarbeiten, um einen Rechtsakt zu verabschieden: Die EU-Kommission, den Rat der EU (auch Ministerrat genannt) und das Europäische Parlament. Jedes Mitgliedsland hat einen unabhängigen Kommissar als Vertreter in der EU-Kommission. Im ersten Schritt einer Gesetzgebung schlagen diese insgesamt 27 Kommissare einen Gesetzesentwurf vor, welcher an den Ministerrat und an das Europäische Parlament weitergeleitet wird. Die Aufgabe des Europäischen Parlamentes ist es nun, den Gesetzesentwurf anzupassen. Dazu wird erstmal unabhängig in jeder Fraktion der Antrag diskutiert und verändert. Danach werden die Änderungsanträge jeder Fraktion im Europäischen Parlament debattiert und schlussendlich wird abgestimmt, ob der jeweilige Antrag zugelassen wird. Dem fertigen Änderungsantrag des Gesetzesentwurfs muss dann noch der Ministerrat und das Europäische Parlament zustimmen, damit ein Rechtsakt vollzogen werden kann.
Einen Teil dieses Prozesses werden wir heute auch durchleben und mitgestalten. Die SimEP bezieht sich, wie der Name schon sagt, nur auf das Europäische Parlament. Zu Beginn der Veranstaltung bekamen wir eine Mappe, dessen Inhalt neben ein paar Zetteln auch den Entwurf der EU-Kommission beinhaltete.  Der Entwurf bezog sich auf ein LIFE-Programm für Klima und Umweltpolitik und definiert, was dieses LIFE-Programm fördern und unterstützen soll. Er bestand aus 8 Artikeln mit mehreren Unterpunkten. Auf der linken Seite stand der ursprüngliche Vorschlag der Kommission und auf der rechten Seite stand die frühere Veränderung des Parlaments eines jeden Artikels, da der Entwurf bereits einmal verändert wurde. Wir sollen nun die rechte Seite erneut überarbeiten. Bei den Veränderungsmöglichkeiten war nahezu alles möglich: einzelne Wörter verändern, Anhänge hinzufügen, die vorherige Veränderung rückgängig machen und zu der Ursprünglichen Formulierung zurückkehren, oder gleich einen ganzen Artikel neu verfassen.

Pauline Banaskiewicz:
Nach einer kurzen Eröffnung des Planspiels gehen wir mit den Fraktionen in unsere Fraktionsräume und die Arbeit beginnt. In den fünf Fraktionen - Renew Europe, EKR, EVP, S&D und Grüne/EFA - gehen die Mitglieder nun in der ersten Fraktionssitzung den Entwurf eines Berichts durch und diskutieren, was sie ändern wollen. Geändert werden können dabei die Artikel 2, 4, 5, 6 und 7 von insgesamt 8 Artikeln. Nachdem sich die Fraktionen einig sind, was sie ändern wollen, werden nun jeweils 2 Personen ausgewählt, welche nach der anstehenden Mittagspause dann in die Ausschusssitzungen gehen. Hier gibt es die ENVI - Ausschuss für Umweltfragen, öffentliche Gesundheit und Lebensmittelsicherheit -, die ITRE - Ausschuss für Industrie, Forschung und Energie - und die AGRI - Ausschuss für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung. Nach der Mittagspause gehen die ausgewählten Personen jetzt in ihre Ausschusssitzung und stellen dort ihre Änderungsvorschläge für den jeweiligen Ausschuss vor. Dabei stehen natürlich die Interessen der einzelnen Fraktionen im Vordergrund. Da wir in den Ausschusssitzungen nicht alle unsere Interessen durchsetzen können, betrachten wir die Meinung der anderen Fraktionen zu einem Thema und versuchen, Kompromisse zu finden, welche uns in der späteren Plenardebatte von Vorteil sein könnten. Die Ausschusssitzungen kommen zum Ende und die Mitglieder gehen wieder in ihre Fraktionen zurück, um in den nächsten Minuten eine Auswertung in der zweiten Fraktionssitzung zu machen. Wir besprechen die Änderungsvorschläge der anderen Fraktionen und versuchen Kompromisse mit ihnen einzugehen. In dieser Fraktionssitzung werden nun auch die Reden für die anschließende Plenarsitzung geschrieben. Außerdem werden der Fraktionsvorsitzende und sein Stellvertreter gewählt.
 
S&D

Leo Linde:
Wir begeben uns alle zügig in die Seminarräume, die Fraktionen finden sich ein erstes Mal zusammen. Wir befinden uns in einem Raum, ganz unter Kolleginnen und Kollegen der S&D-Fraktion. Sofort fällt der freundschaftliche Umgang miteinander auf, wir duzen uns. Während uns Aleksey, einer der drei Begleiter für diesen Tag, auf das Fraktionspapier der S&D hinweist merke ich, dass die Werte der Fraktion oft mit meinen übereinstimmen.
Die S&D steht für eine soziale Klimapolitik, was bedeutet, dass der Klimawandel zwar aufgehalten werden soll, der EU-Bürger aber nicht unter den Beschlüssen leiden soll. „Vor euch befindet sich nun der Berichtsentwurf, dem wir als Fraktion zustimmen können, oder zu dem wir auch Änderungsvorschläge ausarbeiten können.", so Aleksey, der uns die Entwürfe aushändigt. Das Hauptthema der diesjährigen SimEP ist der Klimawandel und die dazugehörigen Entwürfe zu Beschlüssen der Kommission. Zuerst traue ich mich nicht ganz, diese Beschlüsse zu kommentieren, da mir teilweise das nötige Hintergrundwissen fehlt. Dann aber meldet sich Tom, unser späterer Fraktionsvorsitzende, und regt fast alle Kollegen und Kolleginnen zur Diskussion an. Und dann melde auch ich mich, und wir alle sprudeln nur so vor Ideen. Dass man dabei aber auch die Werte der Fraktion in den Vordergrund stellen muss, fällt uns oft erstmal schwer, da sich scheinbar nicht alle mit diesen identifizieren können. Die Zeit vergeht sehr schnell, und kaum haben wir den letzten Artikel bearbeitet, weist uns Aleksey auf die Ausschüsse hin, zu denen wir uns langsam begeben sollen. Kurz davor müssen wir uns aber noch entscheiden, wer in welchen Ausschuss geht. Ich bin sehr zufrieden mit dem Agrar-Ausschuss, und so gehen wir gemütlich in die verordneten Saale.

EVP

Thora Schröter:
Die EVP (Europäische Volkspartei) stellt die größte und älteste Fraktion im Europäischen Parlament dar.
Die Mitte-Rechts-Fraktion engagiert sich für ein starkes und selbstbewusstes Europa und verfolgt klare Klima-Ziele, welche allerdings durch folgende Regulierungen eingeschränkt werden:
Die klimafreundliche Politik soll sich dadurch auszeichnen, dass sie dennoch Rücksicht auf die Wettbewerbsfähigkeit der EU nimmt. Die anzustrebende Klimapolitik soll also die Wirtschaft der EU stützen, statt sie zu stürzen. Weiterhin sollen alle Staaten gleich viel zur Verwirklichung der Ziele bezüglich Klimapolitik beitragen. Ländern, denen es durch ihre wirtschaftlichen Voraussetzungen nicht möglich ist, genauso viel zu gemeinsamen Zielen beizusteuern wie größere Mächte, sollen deshalb Unterstützung erhalten. Außerdem sollte Geld nur da ausgegeben werden, wo es wirklich effizient ist und den größten Nutzen erzielt. Die Autoindustrie soll trotz der Ziele in Thema Umweltpolitik weiterhin gestärkt und nicht durch unzumutbare Ziele blockiert werden, nur, um bestimmte Klimaziele einzuhalten
Dass meine beiden Mitschüler, welche ebenfalls der EVP zugeteilt wurden, und ich nicht wirklich die Ansichten der Fraktion vertreten, ist nicht gerade die beste Voraussetzung, um durchsetzungsfähig in unserer Gruppe diskutieren zu können. Nach kurzer Eingewöhnung gelingt es uns jedoch sehr gut, in unsere Rolle einzutauchen und wie wahre Abgeordnete argumentieren und entkräften zu können. In der Gruppe wählen wir einen Vorsitzenden der Fraktion und einigen uns auf die Redner, die die Anträge schließlich präsentieren sollen.
Nach unseren ausgiebigen Diskussionen und fertiggestellten Änderungsanträgen, die wir später durchsetzen wollen, schreiben wir in diversen Gruppen Reden, um unsere Standpunkte vor den anderen Fraktionen darzulegen und gleichzeitig an Verbündeten und Ansehen zu gewinnen. Dies kannten wir zwar bereits aus dem Deutschunterricht, allerdings war es eine gewisse Umstellung, eine politische Rede zu schreiben, die später vor etwa 100 Schülern gelesen werden würde. Ob es uns trotzdem gelingt, eine überzeugende Rede zu schreiben, sollte sich später bei der Plenardebatte zeigen.
 
Grüne/EFA

Vincent Reichel:
Die Fraktionssitzung der Grünen/EFA ist sehr produktiv. Nach einer schnellen Vorstellung beginnen wir, die nun Abgeordnete spielen, uns auf unsere politische Position einzustellen. Die beiden Mentorinnen erklären uns den Standpunkt unserer Fraktion. Die Grünen stehen für eine strenge Klima- und Umweltpolitik mit einem klaren Blick auf eine gerechte Gesellschaft. Gemeinsam rufen wir noch etwas zaghaft unser Motto: "Klimagerechtigkeit". Doch schnell merken wir, dass diese Position nicht allzu fern von uns ist. Dann setzen wir uns auf unsere Plätze, vor uns ein nicht so simpler Bericht. Hinein geht es also in die Arbeit eines Abgeordneten.
 
Wir diskutieren besonders darüber, wie wir den Entwurf in Sachen Klimaschutz strenger machen können. Unsere Debatte ist sehr harmonisch. Nur selten stellt jemand die Entscheidung eines anderen stark in Frage, diskutiert wird vor allem über Kleinigkeiten. So auch darüber, wie radikal unsere Vorschläge sein sollen. Wir entscheiden uns dafür, einige Ideen abzuschwächen, um einen Kompromiss besser hervorzubringen. Dabei haben wir immer unser Motto, Klimagerechtigkeit, vor Augen. Direkt danach überlegten wir uns auch, welche Fraktionen für unsere Gesetzesvorschläge stimmen würden. Das Ergebnis: Mit den meisten Plänen sollten wir wohl eine Mehrheit erhalten können. Zum Abschluss rufen wir nun erneut zusammen unser Motto: "Klimagerechtigkeit". Dieses Mal war es laut und entschlossen. Optimistisch gehen wir also weiter.

EKR

Cindy Funk:
Wie die meisten anderen Mitglieder, die der EKR-Fraktion an diesem Tag angehören, habe auch ich mich nicht freiwillig dafür entschieden. Die EKR- Fraktion ist momentan die fünftgrößte Fraktion im EU-Parlament. Damit gehören ihr 68 Abgeordnete aus 15 verschiedenen Staaten an.
 
Wichtige Standpunkte der Fraktion sind zum einen der Schutz der Souveränität der Mitgliedsstaaten und der individuellen Freiheit. Wir, als die Mitglieder der Fraktion bezeichnen uns selbst demzufolge als „europarealistisch". Das bedeutet, wir sehen die EU zwar als etwas Positives an, wollen aber ihren Einfluss auf die einzelnen Nationalstaaten deutlich verringern. Dies soll zum Schutz der nationalen Identität und zur Bewahrung der Freiheit aller Bürgerinnen und Bürger beitragen.
Außerdem stellt die EKR-Fraktion einen zentralen Fokus auf die Wirtschaft. Wir verfolgen das Ziel, dass sich die EU auf die Zusammenarbeit im wirtschaftlichen Bereich konzentriert. Es ist uns außerdem wichtig, dass die Wirtschaft nicht unter Maßnahmen gegen den Klimawandel leiden muss. Weitreichende Klimaschutzmaßnahmen, wie andere Fraktionen sie fordern, befürworteten wir in der EKR-Fraktion nicht. Grundsätzlich wird die Bedeutung von Umwelt- und Klimaschutzmaßnahmen innerhalb der Fraktion zwar anerkannt, andere Punkte haben jedoch Vorrang. Einige Abgeordnete zweifeln den Klimawandel sogar an.
Während der Arbeit in der Fraktion besteht die Herausforderung für uns besonders darin, den vorliegenden Gesetzesentwurf nicht nach unserer eigenen Meinung, sondern nach der unserer Fraktion umzuschreiben. „Denkt daran, dass ihr den Artikel nach den Ansichten eines Abgeordneten aus der EKR-Fraktion formulieren solltet." Diesen Satz hören wir mehrmals von unserer Mentorin. Einerseits ist es sehr interessant, für eine andere politische Meinung zu argumentieren. Gleichzeitig liegt darin aber auch die Schwierigkeit. Auch die Zusammenarbeit und die Suche nach Kompromissen mit den anderen Fraktionen, zum Beispiel in den Ausschusssitzungen, stellt sich als sehr schwierig heraus. Bis auf wenige Punkte finden wir keine Übereinstimmung mit ihnen, was dazu führt, dass nur wenige unserer Vorschläge tatsächlich umgesetzt werden und in der Plenarsitzung zur Abstimmung kommen.

Renew Europe

Katharina Kraus:
Ein grelles Licht erhellt den fensterlosen Seminarraum, als ich gemeinsam mit meinen Fraktionsmitgliedern eintrete. Nachdem wir uns hingesetzt haben, ergreift mich die Atmosphäre in diesem Raum. Sie ist gespannt und erwartungsvoll. Einer unserer Begleiter für den Tag, Markus, ergreift das Wort. Er, sowie auch viele meiner Fraktionsmitglieder, sind im Stil von Business Casual gekleidet: ein weißes Hemd oder eine weiße Bluse kombiniert mit einer simplen schwarzen Hose. "Als erstes werden wir über die Funktionsweise der Europäischen Union sprechen. Dann bitte ich euch, das Fraktionspapier der Renew Europe-Fraktion, welches vor euch liegt, zu lesen. Anschließend widmen wir uns dem Berichtsentwurf, auch dieser liegt vor euch. Den Artikeln in diesen können wir als Fraktion zustimmen oder Änderungsvorschläge ausarbeiten.", spricht Markus. Mit großem Interesse diskutieren wir, wie die Europäische Union funktioniert, bevor wir gespannt das Fraktionspapier lesen und analysieren. Es ist ein Moment der Vertiefung und der Vorbereitung auf die kommenden Gesetzesänderungen, welche wir in dieser intensiven Arbeitssitzung erarbeiten werden.
Beim Lesen des Fraktionspapiers fällt mir auf, dass meine Überzeugungen mit denen der Renew Europe-Fraktion übereinstimmen. Sie ist die drittgrößte politische Fraktion im Europäischen Parlament. Sie ist eine liberale und proeuropäische Fraktion, welche daran glaubt, dass die Wende hin zu einer umwelt- und klimaschonenden Wirtschaft und Gesellschaft möglich ist.
 
Beim Erreichen dieses zentralen Ziels ist für die Renew Europe-Fraktion essenziell, dass Klimaziele und wirtschaftliche Auswirkungen immer gemeinsam gedacht werden. Die Wirtschaft soll durch Maßnahmen zum Klimaschutz nicht leiden. Die Diskussion zwischen den Fraktionsmitgliedern über die Gesetzesänderungen im Berichtsentwurf beginnt. Es scheint so, als wäre jedes Fraktionsmitglied voller Ideen bezüglich möglicher Änderungsanträge. Am Ende beschließen wir, die Fraktionsmitglieder der Renew Europe-Fraktion, gemeinsam bei einigen Artikeln auf den Vorschlag der Kommission zurückzukommen, uns zu der Änderung des Parlamentes zu positionieren, Artikel zu ergänzen, umzuschreiben oder gar ganz zu streichen.
 
Jonatan Müller:
Und nun stand sie kurz bevor, die lang erwartete Plenardebatte, der Höhepunkt der Veranstaltung. Wir waren alle etwas nervös, einerseits, da wir gleich vor etwa 100 Schülern und unseren Lehrern eine selbst erarbeitete Rede halten werden, andererseits, da sich jetzt herausstellen wird, ob die erhofften Änderungsanträge angenommen werden. Alle finden sich langsam am Platz ein und die Veranstalter kündigen das große Finale des Tages an. Kurz darauf werden die ersten Redner vorgerufen.
 
Die Vorsitzenden der Fraktionen halten eine Eröffnungsrede, um ihre Positionen zum Gesetzesentwurf deutlich zu machen. Danach geht es auch schon los mit dem ersten Redner und seinem Antrag. Man kann ihm die Nervosität anmerken, doch er schafft es ohne Fehler durch seinen Text.
Nach den meisten Reden werden Zwischenfragen gestellt, bevor die Anträge zur Wahl gestellt werden. Demzufolge kommt es zu kurzen Diskussionen, manche sehr diplomatisch, andere so persönlich, dass der Leiter der Debatte zur Ordnung auffordert oder sogar droht, einen Redner des Raumes zu verweisen.
Doch es bleibt erfolgreich für Fraktionen wie S&D, Renew Europe oder den Grünen. Durch vorherige Absprachen und Kompromisse schaffen sie es, die meisten ihrer Anträge durchzusetzen, auch wenn einer ihrer Redner bei einer Diskussion mal nicht ganz so gut wegkommt. Andererseits kommt es oft zu starkem Applaus, allerdings wird daraufhin der Antrag trotzdem nicht durchgesetzt.
Gegen Ende hin werden die Diskussionen und Unsachlichkeiten häufiger, doch die Jungen Europäischen Föderalist:innen versichern uns, dass im Europäischen Parlament wahrscheinlich noch nie eine so sachliche Debatte stattfand wie unsere. Wir können uns nun also ungefähr vorstellen, wie die Debatten ablaufen und überdenken die anfänglichen Gedanken, wie schön es sein muss, im Landtag an der Elbe mit einer schönen Aussicht zu arbeiten, noch einmal. Nach einer letzten Rede der Jungen Europäischen Föderalisten und ein paar abschließenden Worten geht die aufregende Veranstaltung zu Ende und wir machen uns auf den Heimweg.
Da die Kolleginnen und Kollegen aus Dresden und Leipzig erst die 10. Klasse besuchen und das Thema Europa im immer vorhandenen GRW-Unterricht behandelt haben, waren diese etwas näher mit der Umgebung des Planspiels vertraut. Aufregung und Vorfreude herrschten dennoch unter uns 11 Schülerinnen und Schüler der 11. Klasse aus Görlitz, als wir die Gelegenheit erhielten, im Rahmen des GRW-Unterrichts eine Simulation des Europäischen Parlaments durchzuführen. Und unsere Erwartungen wurden nicht enttäuscht- im Gegenteil: "Das war einfach toll, super und richtig erfahrungsbereichernd", schwärmten wir auf der Zugfahrt nach Görlitz. Neben dem Spaßfaktor konnten manche Schüler unseres Kurses sogar neue potenzielle Berufsperspektiven für sich entdecken.

Abed Jiji:
Um den Teilnehmern ein möglichst authentisches Parlamentserlebnis zu bieten, hatten die Organisatoren einiges vorbereitet. So waren Pausen fest in den Zeitplan integriert und es gab ausreichend Verpflegung mit Essen und Snacks. Auch in den Ausschusssitzungen und Fraktionstreffen zeigten die jungen Parlamentarier ein hohes Level and Motivation und beteiligten sich rege an den Diskussionen. "Wir haben das richtige Feeling für die Arbeitsweise des Europäischen Parlaments bekommen", so das Fazit der Lernenden.
Lediglich an einem Punkt gab es eine Menge Verbesserungspotenzial: "Es fehlte an einer ausreichenden Aufklärung über Fakten zur Klimapolitik. Man könnte sicherlich mehr zu Diskussionen beitragen, wenn man Fakten vor seiner Nase hätte“, kritisierten einige Lernende. Hier sehen die Organisatoren Handlungsbedarf, um das Lernerlebnis in Zukunft noch weiter zu optimieren. Möglich wäre auch eine Ausweitung dieses Planspiels, damit noch mehr Schülerinnen und Schüler von diesem Projekt profitieren können. Insgesamt war die Europaparlament-Simulation für alle Schülerinnen und Schüler jedoch ein voller Erfolg. Sie konnten nicht nur wertvolle Einblicke in die parlamentarische Arbeit gewinnen, sondern auch neue Perspektiven für ihre berufliche Zukunft entdecken. Mit der gelungenen Organisation und dem hohen Engagement aller Beteiligten dürfte diese Erfahrung den Jugendlichen noch lange in Erinnerung bleiben.

Irwin Springer:
Die SimEP ist rückblickend eine großartige Gelegenheit, in die Welt der Demokratie einzutauchen und unser Europa, welches uns vereint, näher kennenzulernen. Als Schüler hatten wir die Möglichkeit, reale und zeitnahe Probleme in einer Simulation zu lösen und in eine neue Rolle als Abgeordneter im Europäischen Parlament zu schlüpfen. Dabei durften wir Schüler die Interessen der jeweiligen Fraktionen EVP, S&D, EKR, RE und Grüne/EFA näher kennenlernen und uns so eine eigene Meinung bilden.  

In den jeweiligen Fraktionssitzungen konnten wir tolle Menschen kennenlernen, die uns den gesamten Tag begleiten und uns die Fraktionen näherbringen.
Während manche Schüler sich mit der jeweiligen Fraktion identifizieren können, gab es auch Teilnehmer, die Schwierigkeiten haben, diese Interessen persönlich zu unterstützen. Aber genau deshalb war es ein unglaubliches Abenteuer. So lernte man durch das Hineinschlüpfen in die jeweilige Partei die Intention dahinter näher zu verstehen. Zwar ging es darum, die Interessen und Visionen der eigenen Fraktion umzusetzen, aber so einfach wie gesagt ist das natürlich nicht. Neben Diskutieren und Abstimmen hieß es also auch Kompromissbereitschaft zu zeigen und auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen. Parallel zu den Fraktionssitzungen versuchte man also bereits, mit anderen Abgeordneten einen Kompromiss zu finden. Dabei ist Vertrauen ein wichtiger Schlüsselbegriff in der Simulation, aber auch in der realen Welt, um gemeinsam für unser Europa da zu sein. Über 100 Schüler nahmen an der großen Plenardebatte teil und versuchten demokratisch in Bezug auf das EU-LIFE-Programm, ein Programm für die Umwelt- und Klimapolitik, ihre Interessen durchzusetzen, zu diskutieren und Kompromisse einzugehen. Aber auch wurde uns Schülern klar, wie wichtig es ist, neben der Wirtschaft, Landwirtschaft und Sozialpolitik für das Klima da zu sein und alle diese Faktoren zu berücksichtigen.
Die SimEP ist eine hervorragende Möglichkeit für uns Schüler, uns auf die Europawahlen am 9. Juni 2024 vorzubereiten und uns und andere da draußen anzuregen, am Politikleben teilzunehmen. Wir hoffen, dass dieses Programm der Jungen Europäischen Föderalisten weiterhin bestehen bleibt und jungen und politikinteressierten Schülern einen Einblick in einen parlamentarischen Alltag voller Demokratie auch in Zukunft ermöglichen kann und wir bedanken uns für einen aufschlussreichen Tag voller Erlebnisse.


SJ 23/24/2024-03-10

Unser Erasmus+ Projekt in Rom im März 2024

Ciao! :D

Wir sind 12 Schüler und Schülerinnen aus der 10. und 11. Klasse und wollen euch hier ein bisschen auf unsere einwöchige Reise nach Rom mitnehmen. :)

Hier Tag 1:

Unsere Reise startete mitten in der Nacht. Um 04:00 haben wir uns am Kaisertrutz getroffen und sind nach kurzen Ansagen, aber voller Aufregung zum Berliner Flughafen losgefahren. Dort ange...
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Ciao! :D

Wir sind 12 Schüler und Schülerinnen aus der 10. und 11. Klasse und wollen euch hier ein bisschen auf unsere einwöchige Reise nach Rom mitnehmen. :)

Hier Tag 1:

Unsere Reise startete mitten in der Nacht. Um 04:00 haben wir uns am Kaisertrutz getroffen und sind nach kurzen Ansagen, aber voller Aufregung zum Berliner Flughafen losgefahren. Dort angekommen haben wir unsere Koffer abgegeben und mussten einige Stunden warten, konnten etwas essen und uns erstmal wieder ausstrecken nach der engen Busfahrt.

Danach ging es durch den Sicherheitscheck und wieder warten…

Gegen 11:00 ging dann endlich der Flug. Für manche ein schönes oder normales Erlebnis, für andere verbunden mit Panik, gerade wenn das Flugzeug von einigen Windböen hin und her geschubst wurde. Zum Glück sind wir sicher gelandet. Schnell haben wir unser Gepäck abgeholt und wurden direkt von unseren Austauschpartnerinnen und Austauschpartner begrüßt. Natürlich wurde zuerst ein Gruppenfoto gemacht und dann trennten sich unsere Wege erstmals. Dann gab es erstmal ein ordentliches Mittagessen, für viele natürlich Pasta und dann mussten wir uns von der langen Anreise ausruhen.

Am Nachmittag gab es ganz verschiedene Unternehmungen. Eine Gruppe traf sich in der Mall, andere spielten zusammen oder erkundeten schon ein bisschen Rom. Leider ist alles ein bisschen regnerisch aber wir sind natürlich darauf vorbereitet.

Ein gelungener erster Tag :)

Wir sind schon gespannt auf den Rest der Woche…

Tag 2

Unser zweiter Tag lief ebenfalls sehr gut. Alle fuhren mit dem Auto, Zug oder Bus zur Schule. Viele erzählten, was sie Aufregendes am vorherigen Tag erlebt hatten. Anschließend sind wir in die Schule unserer Austauschpartner gegangen und haben vier verschiedene Klassen unterschiedlichen Alters kennengelernt. Eine Klasse hatte Sportunterricht. Vier Schüler von uns spielten mit den Italienern und Italienerinnen Volleyball, was sehr lustig war und viel Spaß machte. Die anderen verbrachten die Zeit draußen. Mit einer jüngeren Klasse spielten wir Pantomime. Dabei hatten wir sehr viel Spaß, da einige Berufe und Tiere sehr lustig, unterhaltsam aber auch authentisch dargestellt wurden. Die letzte Klasse war die älteste Klasse, sie erzählten uns etwas über ihre Schule und den Unterricht, wobei wir einige Unterschiede feststellen konnten. Wir spielten außerdem "Wer bin ich?" mit ihnen. Zum Schluss des Programms besuchten wir die drei Kirchen "Tre Fontane", welche interessant, hübsch und ein ruhiger Ort im Gegensatz zu der Stadt sind. Nach dem Programm trafen sich noch einige Schüler im Café und redeten und lachten sehr viel miteinander. Anschließend sind alle wieder zu ihren Gastfamilien gefahren und verbrachten den Abend gemeinsam.

Tag 3

Wir begannen den Tag mit einem gemeinsamen Treffen an einer U-Bahnstation im Herzen von Rom.  Nach einer kurzen Fahrt mit der Metro und noch einem anschließenden kurzen Lauf kamen wir an der ersten Sehenswürdigkeit des Tages an, dem weltberühmten Petersdom mit dem Petersplatz. Nachdem wir viele Fotos gemacht hatten,  stellten wir uns an eine lange Warteschlange, um in den Petersdom zu gelangen. Als wir dann den Petersdom von innen bestaunen konnten, waren wir sehr begeistert. Der Petersdom hat uns schon von außen fasziniert, aber von innen hat er unsere Vorstellungen noch weit mehr übertroffen. Von außen zeigt sich der Dom als ein unfassbar imposantes und beeindruckendes Gebäude. Im Inneren weiß man jedoch gar nicht, wo man als Erstes hinschauen soll, weil sich so viele Kunstwerke in ihrer vollen Pracht zeigen. Jedes Kunstwerk ist für sich selbst beeindruckend. Die Zeit verging leider viel zu schnell, um alles bestaunen zu können. Aber jetzt stand schon das nächste Ausflugsziel auf dem Plan, die spanische Treppe. Nachdem wir ein paar tolle Informationen über die spanische Treppe erhalten hatten, wollten wir unbedingt diese noch mal hoch- und runterlaufen, um erzählen zu können, wir haben die spanische Treppe in Rom erklommen. Nach dem Treppenauf- und abstieg liefen wir dann zum nicht ganz so weit entfernten Trevibrunnen. Über den  Brunnen erfuhren wir auch viele interessante Dinge, z.B. dass dieser  Wünsche erfüllen kann, je nachdem wie viele Münzen man über seine Schultern in den Brunnen wirft. Daher warfen fast alle von uns natürlich auch eine Münze in den Brunnen, was bedeutet, dass man in seinem Leben noch einmal zurück nach Rom kommt. Es gab viele tolle Fotos als Erinnerungen von dem Brunnen, und einige kauften sich auch ein „italienisches“ Eis und genossen es in der Sonne. In der Nähe des Brunnen liegt das Kapitol, natürlich begaben wir uns auch auf einen kleinen Abstecher dorthin. Leider hatten wir nicht so viel Zeit, um das Kapitol gründlich zu erforschen, aber Zeit für die Marc Aurel Statue nahmen wir uns doch. Leider neigte sich der gemeinsame Tag schon wieder dem Ende, jedoch bleiben einige in der Nähe, um die Gegend ein wenig mehr zu erkunden. Es war ein wunderschöner Tag mit vielen erstaunlichen Momenten, ganz besonders schön war, dass wir an diesem Tag Rom mit Sonne entdecken konnten. Fazit: Rom ist eine Reise wert, aber mit viel mehr Zeit, um alles aufsaugen zu können. Rom:  Wir kommen wieder!

Tag 4

Am Mittwoch, dem 13. März 2024, trafen wir uns um 7:50 Uhr an der U-Bahn EUR Fermi. Anschließend fuhren wir mit der U-Bahn zur Pyramide, welche auf dem protestantischen Friedhof steht. Leider durften wir den Friedhof nicht besichtigen, aber wir sahen  die Pyramide trotzdem von außen.
Also begaben wir uns auf den Weg zu einem Schlüsselloch auf dem Aventinhügel, durch welches wir die Kuppel des Petersdoms sehen konnten.
Ein kurzen Fußmarsch entfernt besuchten wir die Kirche „Basilica di Santa Sabina“, welche so wie viele Kirchen eine sehr beeindruckende Deckenbemalung hat.
Direkt neben der Kirche gab es einen wunderschönen Garten namens „Giardino degli aranci“. Von dort aus hat man einen sehr guten Ausblick über die Stadt. Des Weiteren gab es eine Straßenmusikerin, die Geige spielte. Unter den vielen Orangenbäumen erledigten wir eine Aufgabe  mit der italienischen Englischlehrerin.
Auf dem Weg zur nächsten Sehenswürdigkeit konnten wir die schönen Gebäude und Pflanzen in der Umgebung betrachten.
Die nächste Sehenswürdigkeit war die „Bocca della Verità“ , der Mund der Wahrheit. Man sagt, wenn man seine Hand in den Mund hält und eine Wahrheit sagt, ist man von all seinen Sünden befreit. Wenn man jedoch lügt, wird einem die Hand abgeschnitten.
Der letzte offizielle Programmpunkt war „altare della patria“, ein sehr großes Museum mit Aussichtsplattformen, von welchen man auch das Kolosseum sehen konnte.
Danach teilte sich die Gruppe und einige besuchten das Museum im Kapitol, während die anderen in der Stadt unterwegs waren.
Den Nachmittag verbrachten wir mit unseren Gastgebern. Viele von uns waren essen oder in Souvenirshops.

Tag 5

Am fünften Tag in Rom trafen wir uns wieder kurz vor 8 Uhr an der U-Bahn-Station, von welcher wir zuerst zum Kolosseum fuhren. Dort angekommen hörten wir einen kleinen Vortrag über dieses gewaltige Gebäude, welches das Wahrzeichen Roms ist. Nach dem Vortrag passierten wir die Sicherheitskontrolle, um ins Innere des antiken Kolosseums zu gelangen. In kleinen Gruppen bewegten wir uns durch das gigantische Bauwerk und erfuhren durch einen Audioguide einiges über die spannende, aber auch brutale Geschichte des Kolosseums.
Geschwind ging es weiter zum Forum Romanum, das einst den Mittelpunkt des sozialen Lebens in Rom darstellte. Wir bewegten uns wieder in kleinen Gruppen und bewunderten die archäologischen Funde und die wunderschöne Aussicht über Rom. Dabei hatten wir eine gute Zeit zusammen.
Nach dem Forum Romanum standen zwei Kirchen auf unserem Plan.
Die erste Kirche war die Basilika San Clemente, in der wir ein wunderschönes Mosaik bestaunen konnten und etwas über den Märtyrertod Clements erfuhren, nach welchem diese Kirche benannt wurde.
Die Basilica dei Santi Quattro Coronati war die zweite Kirche, die auf unserer Route lag. Diese Kirche ist ein Nonnen-Kloster, in dem die Nonnen in einer Klausur leben, also nur mit Erlaubnis oder selten das Kloster verlassen.
Nach dem Besuch der beiden Kirchen aßen wir noch als Gruppe köstliche Pizza und Pasta.
Danach teilten wir uns wieder: Einige fuhren zu ihren Gastfamilien, andere blieben in der Stadt und wieder andere fuhren in eine Shopping-Mall.
So verbrachten wir unseren letzten Nachmittag und Abend in Rom an verschiedenen Orten und mit verschiedenen Aktivitäten.

Tag 6

Am 15. März 2024, einem Tag voller Emotionen und letzter gemeinsamer Momente, trafen wir uns frühmorgens um 7:50 Uhr vor der Schule "Vincenzo Arangio Ruiz". Unser Ziel für den Vormittag war es, von 8:00 bis 12:00 Uhr intensiv an unseren Projekten für die Schulhomepage zu arbeiten. Jeder fand sich mit seinem italienischen Austauschschüler zusammen und wir hatten die Aufgabe, entweder einen Podcast oder einen Kurzfilm über verschiedene Sehenswürdigkeiten Roms zu erstellen. Diese kreativen Beiträge wurden anschließend in einer gemeinsamen Runde präsentiert, was für lebhaften Austausch und begeistertes Feedback sorgte.
Nach einer kurzen Pause nutzten wir die Gelegenheit, auf das Projekt zurückzublicken und zwei zentrale Fragen zu diskutieren: Zum einen, was uns an diesem Projekt besonders gefallen hat. Hierbei standen  die gemeinsam verbrachte Zeit, die Entdeckung neuer Orte in Rom – selbst unsere Gastgeber hatten  Neues  entdeckt -  und der lebendige Sprachaustausch in Deutsch, Englisch und Italienisch im Vordergrund. Zum anderen wurde gefragt, welche Aktivitäten wir im bevorstehenden November in Görlitz, unserer Heimat, gemeinsam erleben möchten. Die Wunschliste reichte von dem Kosten traditioneller deutscher Gerichte über den Besuch eines Schultages bis hin zu möglichen Exkursionen nach Polen und Tschechien, was die geographische Lage Görlitz als Grenzstadt besonders macht.
Danach galt unser herzlicher Dank an Frau Curci, die sich mit großem Engagement und Hingabe für das Gelingen dieses Austauschs eingesetzt hat. Ihre Unterstützung wurde mit kleinen Aufmerksamkeiten gewürdigt, die wir ihr als Zeichen unserer Anerkennung überreichten.
Gegen 13:40 Uhr endete unsere Zeit in der Schule und jeder von uns verbrachte die letzten Stunden vor der Abreise in den Häusern unserer italienischen Gastfamilien, wo wir die letzten Sachen packten und gemeinsam zu Mittag aßen. Der Abschied fiel uns sichtlich schwer, als wir uns um 17:00 Uhr am Flughafen Rom-Fiumicino beim Terminal  versammelten. Trotz der Vorfreude auf unser Zuhause war der Abschied von unseren italienischen Freunden und ihren Familien sehr emotional, einige Tränen flossen.

Während wir auf unseren Flug um 19:30 Uhr nach Berlin warteten, teilten wir am Gate noch einmal unsere Erlebnisse und Eindrücke dieser unvergesslichen Reise. Im Flugzeug hieß uns ein netter Flugbegleiter persönlich willkommen. Der Flug dauerte 1 Stunde und 40 Minuten. In Berlin angekommen wurden wir um 21:30 Uhr von unserem Bus abgeholt und fuhren zurück nach Görlitz. Dieser Austausch hat uns nicht nur kulturell bereichert, sondern auch neue Freundschaften entstehen lassen, die über Ländergrenzen hinweg Bestand haben werden.

 

 

 


Stephane Hessel/2024-02-16

Mein Abenteuer Frankreich 

Mein Abenteuer Frankreich 


 Nach der Schule fuhren meine Eltern mich mit dem Auto nach Berlin zum Flughafen. Dort verabschiedeten wir uns und ich lief zu meinem Gate, stieg in den Flieger und landete nach zirka 2 Stunden in Genf. Dort traf ich auf meine Gastmutter und meinen Austauscher Alexandre. Da es schon sehr spät war fuhren wir di...
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von Florentine Göldner

Mein Abenteuer Frankreich 


 Nach der Schule fuhren meine Eltern mich mit dem Auto nach Berlin zum Flughafen. Dort verabschiedeten wir uns und ich lief zu meinem Gate, stieg in den Flieger und landete nach zirka 2 Stunden in Genf. Dort traf ich auf meine Gastmutter und meinen Austauscher Alexandre. Da es schon sehr spät war fuhren wir direkt los. Gegen 23:00 Uhr kamen wir am Haus an und ich lernte die Familie kennen, die aus noch 2 Geschwistern und einem Vater bestand. Sie bemühten sich von Anfang an meinen Aufenthalt in Frankreich so angenehm wie möglich zu gestalten und nahmen mich herzlich in ihre Familie auf. Am Samstag zeigten mir die Geschwister ihre schöne Stadt Saint Jeoire, welche für die nächsten 4 Wochen meine Heimatstadt sein sollte. Sie zeigten mir das Fußballstadion, das Rathaus, die Schulen und allerlei anderer Dinge, wie das Chateau. Am nächsten Tag fuhr ich mit den Geschwistern und meinem Gastvater Simon in die Berge Wir wanderten ein Stück und machten auf dem Gipfel ein Picknick. Er erzählte mir vieles über die französische Kultur, seine Familie und die Umgebung. Ich verstand mich sehr gut mit ihm. Am Montag war dann der erste Schultag für alle Franzosen und auch für mich. Ich war ein wenig aufgeregt, da die Schule dort ganz anders war. Die Freunde meines Austauschschülers nahmen mich herzlich auf und jeder in der Schule kannte mich. Es war sehr ungewohnt, dass die Schule erst 08:30 Uhr begann und 17:00 Uhr endete. Am ersten Schultag hatten wir am Vormittag mit der Klassenlehrerin Unterricht und am Nachmittag spielten wir ein Spiel mit der ganzen Schule. In Frankreich heißt der erste Schultag „Rentrée“. Es bedeutet so viel wie zurückkommen. Und genau so war es, die Schüler kamen nach einer langen Zeit wieder in die Schule und freuten sich sehr die anderen wiederzusehen. Eine Besonderheit, die mir direkt auffiel, war dass sie erst am ersten Schultag gesagt bekommen mit wem sie in der Klasse sind. Also werden sie jedes Jahr überrascht. Das Verhältnis zwischen Lehrern und Schülern ist sehr viel strukturierter und man hat keine persönliche Bindung zum Lehrer, dies scheint aber dort ganz normal zu sein. Die Schule wirkte sehr strukturiert und geradlinig auf mich, denn jeder Schritt ist geplant. Wenn man morgens in die Schule kam, musste man auf den Schulhof gehen und sich in seine „Parklücke“ stellen. Eine Parklücke ist so eine Art Treffpunkt für die Klasse, an welcher der Lehrer die Schüler abholt. Den Franzosen wird viel weniger Selbstständigkeit zugetraut. Die ganze Zeit über stehen Aufpasser überall, sogenannte „Surveillance“. Nach den ersten Tagen gewöhnte ich mich sehr schnell an den Ablauf und fand auch nach kurzer Zeit Freunde. Alle waren sehr offen und freundlich zu mir. Am Mittwoch endet die Schule 12:25 Uhr. Sarah, Alexandre, Emie, Lina und ich fuhren danach in ein Restaurant und aßen zu Mittag. Anschließend fuhren Sarah und ich nach Anncey shoppen. Während der ganzen Zeit wurde Anncey zu meiner Lieblingsstadt. Am Wochenende fuhren wir nach Chamonix. Mit einer Bergbahn ging es hinauf zum „Meer du Glas“. Dies ist ein Gletscher in den Bergen, den man besichtigen kann. Danach picknickten wir und schauten uns anschließend noch die Stadt Chamonix an. In der Schule fand ich immer neue Freunde und fühlte mich von Tag zu Tag heimischer dort. Am dritten Wochenende wurde ich leider krank. Ich bekam eine Angina und zusätzlich noch Corona. Leider musste ich deshalb einige Tage im Bett liegen bleiben. Am Sonntag des letzten Wochenendes lud mich eine eine Freundin aus Frankreich zu sich ein. Ihre Eltern und auch Geschwister nahmen mich herzlich auf und wollten mich nicht mehr gehen lassen. Wir verstanden uns super. In meiner letzten Woche kamen nochmal viele Mitschüler auf mich zu und fragten mich einige Dinge über Deutschland und Gegensätze zu Frankreich. Im Deutschunterricht habe ich einige Fragen zu meiner Heimat beantwortet. Die Lehrerin konnte ausgezeichnetes Deutsch und bezog mich in den Unterricht mit ein. Der Unterricht in Frankreich war für mich nicht zu anspruchsvoll, da ich dort die 9. Klasse besuchte. Am letzten Abend in meiner Gastfamilie gingen wir essen und es war sehr schön nochmal so mit meiner allen zusammen zu sitzen. Am nächsten Tag holten mich meine Eltern ab und wir blieben noch einige Tage in Frankreich. 
 Für mich war es eine gute Erfahrung den Schüleraustausch in Frankreich zu machen. Ich nehme sehr viel Selbstständigkeit, vertrauen in mich selbst und viele schöne Erinnerungen an diese Zeit mit. Ich würde jedem, der sich für Sprache und Kultur interessiert dieses Erlebnis sehr empfehlen, da es mich viel weitergebracht hat und auf einer menschlichen Ebene verbessert hat. Meine Freundin Sarah aus Frankreich, zu welcher ich weiterhin Kontakt habe, hat mich schon für nächstes Jahr zu sich eingeladen und ich kann es kaum erwarten sie wiederzusehen.  
Jeder sollte so eine Erfahrung machen, welche ich machen durfte. 

von Florentine Göldner


SJ 23/24/2023-11-03

Der nächste Berlin-Warschau-Express

Wir sind die fünfte Klasse, die die Reise von Görlitz nach Berlin, von Berlin nach Warschau und von Warschau zurück nach Hause erlebt hat. Sieben Tage, zwei Länder, zwei Hauptstädte und unterwegs ein kurzer Besuch in Frankfurt/Oder/Słubice, Städte (oder Stadt?), die ähnlich funktionieren wie die, in der wir leben.
 
Und das alles, um zu sehen,...
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Wir sind die fünfte Klasse, die die Reise von Görlitz nach Berlin, von Berlin nach Warschau und von Warschau zurück nach Hause erlebt hat. Sieben Tage, zwei Länder, zwei Hauptstädte und unterwegs ein kurzer Besuch in Frankfurt/Oder/Słubice, Städte (oder Stadt?), die ähnlich funktionieren wie die, in der wir leben.
 
Und das alles, um zu sehen, wie sich die deutsch-polnischen Beziehungen jenseits der Grenze, auf zwischenstaatlicher Ebene, entwickeln, welche Gremien dafür zuständig sind, welche Chancen uns diese Partnerschaft bietet.
 
Und so machten wir uns, statt uns auf den ersten Schultag nach den Herbstferien vorzubereiten, am Sonntag, den 15.10. auf, um Berlin zu erobern. Unsere erste Station auf dem Weg zum Wissenserwerb über die deutsch-polnischen Beziehungen war der Bundestag. Unter den wachsamen Augen der dicken Henne hörten wir uns einen Vortrag über den Aufbau und die Funktionsweise des Bundestages an und schafften es sogar, mit dem Redner zu sprechen.
 
Später passierte etwas Interessantes. Wir verließen das Bundestagsgebäude in Richtung Unter den Linden und bemerkten, nachdem wir das Brandenburger Tor passiert hatten, zwei riesige Schlangen auf dem Platz. Es stellte sich heraus, dass es sich um in Berlin lebende Polen handelte, die ihre Stimme bei den an diesem Tag stattfindenden Parlamentswahlen in Polen abgeben wollten. Ein besonderes Erlebnis für die polnischen und deutschen Schüler, die an dem deutsch-polnischen Projekt teilnahmen.
 
Am Abend erwartete uns eine weitere Überraschung - die Berliner Lightshow, die in diesem Jahr unter dem Motto der Gleichberechtigung stand. Wir lernten Berlin in einem ganz anderen Gewand als das alltägliche kennen: bunt, elektrisierend, voller Symbole, Klänge und Musik.
 
Die nächsten zwei Tage in Berlin waren sehr ereignisreich: In der polnischen Botschaft und im Polnischen Institut wurden wir in die polnisch-deutsche Zusammenarbeit und die Arbeitsweise beider Institutionen eingeführt. Natürlich hatten wir uns gewissenhaft auf diese Begegnungen vorbereitet, so dass wir sehr interessante Gespräche führen und wertvolle Informationen sammeln konnten.
 
Ein weiterer wichtiger Bildungspunkt war der Besuch der Gedenkstätte Berliner Mauer – des Symbols für das geteilte Europa und für eine Zeit, in die keiner von uns zurückkehren möchte.
 
Am Mittwoch machten wir uns auf den Weg nach Warschau, mit Zwischenstopps an der Europa-Universität Viadrina (Frankfurt/Oder) und dem Collegium Polonicum (Słubice). Eine große Überraschung für uns war, dass uns das Angebot beider Hochschulen von Absolventen unseres binationalen Bildungsganges (Dank an Jagoda, Anton und Janek) präsentiert wurde, die vor nicht allzu langer Zeit an demselben Projekt teilgenommen haben und nun an beiden Universitäten polnisches und deutsches Recht studieren.
 
Warschau begrüßte uns mit einer Reihe von Lichtern und Wolkenkratzern. Allerdings konnten wir die abendliche Energie der Stadt nicht allzu lange genießen, da die nächsten intensiven Tage auf uns warteten. Am Donnerstagmorgen öffnete der polnische Sejm seine Türen und Gänge für uns. So konnten wir das polnische und das deutsche parlamentarische System vergleichen und erfuhren viel Interessantes über die Arbeit der Ausschüsse, die Verabschiedung von Gesetzen und Abstimmungsverfahren.
 
Die nächsten Stunden verbrachten wir damit, das alte und das neue Warschau kennenzulernen, was uns ein Gefühl dafür vermittelte, was es mit den Kontrasten auf sich hat, die im Zusammenhang mit der polnischen Hauptstadt oft genannt werden. Der Höhepunkt des Tages war eine Theateraufführung im Capitol-Theater, die uns zu Tränen rührte, natürlich nicht aus Verzweiflung, sondern vor Lachen.
 
Wie in Berlin standen auch in der Stadt an der Weichsel Besuche in der deutschen Botschaft und im Goethe-Institut auf dem Programm. Auch hier wurden wir sehr herzlich empfangen und konnten viel lernen, viele Fragen stellen und unser Wissen interaktiv testen.
 
Am Samstag stiegen wir wieder in den Zug, der uns nach Hause brachte. Natürlich waren wir nach sieben so intensiven Tagen sehr müde, aber wir waren uns auch bewusst, dass nicht jeder die Möglichkeit hat, die Menschen zu treffen, die wir getroffen haben, die Orte zu sehen, die wir gesehen haben, und Bereiche kennen zu lernen, die vielen Menschen fremd bleiben werden. Wir haben festgestellt, dass die deutsch-polnischen Beziehungen recht gut laufen, dass es aber auf vielen Gebieten noch Handlungsbedarf gibt. Vielleicht warten diese auf uns? Auf jeden Fall warten auf uns die Projekt-Präsentationen, aber das ist eine andere Geschichte.
 
Das Projekt wurde aus Mitteln des Sächsischen Staatsministerium für Kultus (Programm in Berlin) und des Deutsch-Polnischen Jugendwerkes (Programm in Warschau) mitfinanziert.


SJ 23/24/2023-09-25

Studienreise der Englisch-Leistungskurse nach Dublin

Auch in diesem Jahr hatten wir, Schülerinnen und Schüler der 12., die Möglichkeit, an einer gemeinsamen Kursfahrt teilzunehmen. Während es für die anderen Leistungskurse nach Wien, Berlin und Warschau ging, machten wir Englisch-Leistungskurse uns auf nach Dublin, um irische Luft zu schnuppern.

Montag, 04.09.

Müde, aber gespannt machten wir uns sch...
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von Liliana Lenik und Jette Maiwald

Auch in diesem Jahr hatten wir, Schülerinnen und Schüler der 12., die Möglichkeit, an einer gemeinsamen Kursfahrt teilzunehmen. Während es für die anderen Leistungskurse nach Wien, Berlin und Warschau ging, machten wir Englisch-Leistungskurse uns auf nach Dublin, um irische Luft zu schnuppern.

Montag, 04.09.

Müde, aber gespannt machten wir uns schon früh auf und so ging es 4 Uhr morgens zum Berliner Flughafen. Mit etwas Verspätung ging es dann vormittags in die Luft und wir wurden nach dem angenehmen Flug direkt am Dubliner Flughafen mit dem Bus abgeholt. Bereits hier konnten wir erste Eindrücke sammeln, als wir weiter in die Stadt hineinfuhren, und kamen dann endlich am Hostel an. Praktischerweise lag dies nur wenige Meter vom Zentrum entfernt, sodass wir schnell und einfach Dublin bereits etwas erkunden konnten.

Dienstag, 05.09.

An unserem ersten vollen Tag verschlug es uns in das EPIC-Museum, ein Museum über die Auswanderungsgeschichte aus Irland. Fakten und Schicksale wurden auf moderne Art und Weise erzählt und wir waren alle über die Vielfältigkeit dieser Ausstellung verblüfft. Im Anschluss teilten sich unsere Wege: So besichtigten manche noch das Museumsschiff Jeanie Johnston und am späteren Nachmittag wählten einige einen Minitrip nach Howth, andere den Besuch des Trinity Colleges. Bei letzterem standen wir zwar leider vor leeren Bücherregalen, als wir in die Bibliothek kamen, doch wir machten uns nichts draus und genossen dennoch das Flair der Uni.

Mittwoch, 06.09.

Am Mittwoch unternahmen wir einen ganztägigen Ausflug in die Wicklow Mountains. Nach zwei Zwischenstopps in den Küstenvororten Dublins kamen wir bei der Klosterruine Glendalough und dem alten Friedhof an. Dort verbrachten wir einige Zeit und hatten die Möglichkeit, die Klostersiedlung Glendaloughs genauer unter die Lupe zu nehmen. Doch die Kathedrale, der Rundturm und der Friedhof waren nicht die einzigen Sehenswürdigkeiten, die man dort besuchen konnte. Die Kirsche auf der Sahne waren die zwei im Tal gelegenen Seen. Diese erreichte man mithilfe eines durch den Wald führenden Wanderweges, welcher mit der Klostersiedlung verbunden war. Die Landschaft bei Glendalough in den Wicklow Mountains war wirklich beeindruckend, doch es war an der Zeit, wieder ins Hostel zu fahren. Allerdings war die Rückfahrt alles andere als langweilig. Der Busfahrer sorgte für eine unvergessliche Stimmung, indem er irische Songs sang und uns dazu aufmunterte, auch deutsche Hits vorzusingen. Mit dieser musikalischen Stimmung erreichten wir dann auch Dublin.

Donnerstag, 07.09.

Auch heute stand einiges an. Nach einem kurzen Besuch der City Hall, widmeten wir uns dem Dublin Castle. In der 45-minütigen Führung erlebte man eine Reise in die Geschichte der Hauptstadt Irlands. Der Aufenthalt in den kunstvoll ausgestatteten Räumen gab dem einen oder anderen das Gefühl, selber ein Royal zu sein. Die Gestaltung unserer Freizeit nach dem Besuch wurde uns überlassen. Während sich die einen für das im Jahr 1792 erbaute Gefängnis Kilmainham Gaol entschieden, besuchten die anderen das National Museum of Ireland. Einige waren ein wenig künstlerischer unterwegs und landeten in dem Museum of Decorative Arts. Die Anzahl der Möglichkeiten war unbegrenzt, es gab für jeden etwas. Abschließend trafen wir uns alle am Abend vor dem Gaiety Theatre wieder. So schön der Ausflug begonnen hatte, so schön endete er auch. Die Riverdance Show hat uns komplett umgehauen. Sie übertraf all unsere Erwartungen, selbst nach der Show haben wir uns noch ewig darüber unterhalten.

Freitag, 08.09.

Kaum zu glauben, dass die Reise so schnell wieder vorbei war. Der Bus zum Flughafen holte uns um 14 Uhr ab, bis dahin konnten wir uns die Zeit selber organisieren. Allerdings ließen wir es ruhig angehen. Es war die letzte Chance, Souvenirs zu kaufen und irische Köstlichkeiten im St. Stephen’s Green Park zu genießen. Und dann hieß es auch schon: Bye Bye Dublin!

Die Zeit vergeht wie im Flug. Wir können uns noch an die Klassenfahrt nach Hainewalde in der fünften Klasse erinnern, mittlerweile sind wir aber schon in der zwölften Klasse angekommen. Bald wird jeder von uns einen anderen Weg einschlagen. Deshalb sind wir sehr dankbar, die Möglichkeit bekommen zu haben, noch ein letztes Mal eine gemeinsame Fahrt zu unternehmen. Das neue Wissen, die neuen Erfahrungen und die unzähligen Erlebnisse werden wir nie vergessen und die Erinnerung an die Studienfahrt nach Dublin wird immer ein Lächeln auf unser Gesicht zaubern.

von Liliana Lenik und Jette Maiwald


SJ 23/24/2023-09-05

Studienreise des Kurses 12c nach Warszawa

Tag eins, oder "Willkommen in der Hauptstadt"

Wer dachte, dass eine achtstündige Reise mit dem Zug einen langweiligen Tag ankündigt, wurde eines Besseren belehrt. Am Montag um 8 Uhr morgens verließen wir Görlitz mit dem Zug in Richtung Wrocław, wo wir nach einer Stunde Umsteigezeit in die Hauptstadt fuhren. Um 16:15 Uhr erreichten wir den Bahnhof Warszawa Wschodn...
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Tag eins, oder "Willkommen in der Hauptstadt"

Wer dachte, dass eine achtstündige Reise mit dem Zug einen langweiligen Tag ankündigt, wurde eines Besseren belehrt. Am Montag um 8 Uhr morgens verließen wir Görlitz mit dem Zug in Richtung Wrocław, wo wir nach einer Stunde Umsteigezeit in die Hauptstadt fuhren. Um 16:15 Uhr erreichten wir den Bahnhof Warszawa Wschodnia, von wo aus wir mit der Straßenbahn Nr. 7 zu unserer Unterkunft fuhren. Nachdem wir uns im Hotel eingerichtet hatten, hatten wir Zeit, uns mit der Stadt vertraut zu machen, und so ging jeder in die Richtung, die seinen eigenen Interessen entsprach. Diejenigen, die Warschau zum ersten Mal besuchten, sahen sich den berühmten Palast der Kultur und Wissenschaft an und spazierten über den Plac Defilad. Ein anderer Teil der Gruppe "wagte" sich in die Seitenstraßen auf der Suche nach Buchläden und Schmuckgeschäften. Wieder andere wollten die kulinarischen Köstlichkeiten Warschaus testen. Trotz der vielen sehenswerten Orte, die es zu erkunden galt, forderte die lange Reise ihren Tribut, und gegen 22 Uhr gingen wir fielen wir alle in den Schlaf.
(Julia M., Lena, Ola)

Tag zwei, oder auf den Spuren von Szare Szeregi

Der nächste Tag in Warschau stand unter dem Thema "Warschau im Zweiten Weltkrieg". Wir trafen uns mit unserer Reiseführerin am Mausoleum des Kampfes und des Märtyrertums in der Szucha-Allee, wo die Gestapo Polen festhielt und folterte. Heute befindet sich dort das Bildungsministerium.
 
Später besuchten wir den unzerstörten Teil des Pawiak-Gefängnisses, in dem die Gefangenen unter unmenschlichen Bedingungen festgehalten wurden.
Die Warschauer wehrten sich und einen großen Beitrag zum Kampf gegen die Besatzer leisteten junge Menschen, Mitglieder von Szare Szare, wie nicht nur historische Dokumente, sondern auch der Roman „Kamienie na szaniec“ von Aleksander Kamiński belegen. Auf den Spuren seiner Protagonisten ging es zum Arsenal, wo im Zweiten Weltkrieg die berühmte Aktion zur Rettung der Pawiak-Gefangenen, darunter Rudy, stattfand.
 
Die Verteidiger Warschaus sind auf Denkmälern verewigt, wie dem Denkmal für den Warschauer Aufstand und dem Denkmal für die Helden des Ghettos, vor dem Willy Brandt 1970 niederkniete. Wir beendeten diesen schwierigen, aber sehr wichtigen Tag auf dem Powązki-Militärfriedhof, wo wir die jungen Helden würdigen konnten.
(Kuba, Tymon)

 
Die Reise nach Warschau brachte mir die Geschichte der jungen Menschen während des Zweiten Weltkriegs näher. Mit Traurigkeit, aber auch mit großem Stolz erfuhr ich vom Heldentum der jungen Menschen von Szare Szeregi und den Warschauer Aufständischen. Obwohl mir diese Themen vertraut waren, ermöglichte mir die Reise, mich erneut mit ihnen zu beschäftigen und mir die schwierige Geschichte Polens bewusst zu machen. Sie hat mich in meiner Überzeugung bestärkt, dass Geschichtsunterricht für junge Menschen wichtig ist, damit sich die dunkle Geschichte des 20. Jahrhunderts nicht wiederholt.
 
Julia L.
 
 

Tag drei, oder auf den Spuren von Bolesław Prus' Roman „Die Puppe"

Am Mittwoch machten wir uns auf den Weg auf den "Spuren von Boleslaw Prus' „Lalka“, voller Enthusiasmus und bereit, die Geheimnisse Warschaus im Geiste des großen Schriftstellers zu entdecken.
Bei einem Spaziergang durch die Altstadt, Krakowskie Przedmieście und Nowy Świat fühlten wir uns wie Romanfiguren, die zu den größten Abenteuern bereit sind. Leider trafen wir keine einzige "lebende Puppe", aber immerhin fanden wir unseren eigenen Weg!
Als wir durch die Miodowa Straße schlenderten, fühlten wir uns wie die Hauptfiguren in einer komplexen Handlung. Aber keine Sorge, wir haben uns nicht wie Wokulski in der Liebe verloren.
Die Ujazdowskie-Allee und die Krucza-Straße begrüßten uns mit einer Modernität, die uns das Gefühl gab, Zeitreisende zu sein. Vielleicht hätte Prus das auch so empfunden, wenn er in unserer Zeit gelebt hätte?
Alles in allem war die Tour voller Überraschungen und unkonventioneller Wendungen. War „Die Puppe“ wirklich nur ein Roman oder hat unsere Tour ein neues Kapitel der Literaturgeschichte geschrieben?
(Alicja)

 
Tag vier, oder die Entdeckung des modernen Warschaus

Es gibt nichts Schöneres als morgens in die Warschauer Brauereien zu gehen - wenn noch niemand da ist und man sich nicht durch die Menschenmassen quetschen muss, kann man sich in aller Ruhe die interessante Mischung aus alter und neuer Architektur ansehen. Die ehemalige Bierfabrik hat sich in zahlreiche Bars und Restaurants verwandelt und ist zu einem Treffpunkt für viele Warschauer geworden. Unser morgendlicher Spaziergang führte uns auch zwischen hohen Wolkenkratzern hindurch und zur ehemaligen Norblin-Fabrik. Heute ist sie ein Einkaufszentrum, in dem viele Elemente des alten Gebäudes erhalten geblieben sind, wie z. B. zu Bänken umgebaute Waggons. Anschließend fuhren wir in den 30. Stock des Palastes für Kultur und Wissenschaft, von wo aus wir einen atemberaubenden Blick über ganz Warschau hatten. Nach einer kurzen Fahrt mit der U-Bahn befanden wir uns direkt an der Weichsel, um das langjährige Wahrzeichen Warschaus zu bewundern - die Meerjungfrau.

Der Besuch in Warschau gab mir die Möglichkeit, das Leben in einer Großstadt mit seinen Vor- und Nachteilen kurz kennenzulernen. Durch das abwechslungsreiche Programm der Reise habe ich viel über die Geschichte der polnischen Hauptstadt erfahren, aber auch einen Blick auf ihr heutiges Bild werfen können.
Lena
 
Wir schlenderten am Fluss entlang und machten uns auf den Weg zur Bibliothek der Universität Warschau. Dort waren wir von dem Dachgarten begeistert, der eine kleine Oase der Ruhe darstellt. Nach dem Mittagessen im ehemaligen Kraftwerk, das heute ein Einkaufszentrum ist, besuchten wir das Kopernikus-Wissenschaftszentrum, wo wir mit großer Neugierde die Geheimnisse des Universums entdeckten. Nach einer Pause trafen wir uns am Abend und machten uns, elegant gekleidet, gemeinsam auf den Weg zum Kultur- und Wissenschaftspalast, genauer gesagt zum Theater im 6. Stock, um das das Stück "God of Murder" zu sehen. Eine Theatervorstellung mit viel Humor und Reflexionen über das Leben beendete einen langen Tag.
(Julia L., Veronika) 


Tag fünf, oder die Heimreise
 

Nachdem wir am Freitagmorgen leckere Pfannkuchen gegessen hatten, die von Ala und Frau Bilska gebacken worden waren, packten wir alle unsere Koffer und checkten um 9:30 Uhr aus dem Hotel aus. Wir fuhren mit der Straßenbahn Nummer 11 zum Polin-Museum, dem Museum der Geschichte der polnischen Juden, das sich auf dem Gelände des ehemaligen Warschauer Ghettos befindet. Interessanterweise bedeutet das Wort "Polin" auf Hebräisch "Polen" oder "hier wirst du ruhen". Daher rührt die Legende von der Ankunft der ersten Juden in Polen, die das Land von Mieszko I. als einen Ort der Ruhe betrachteten. Nach einer kräftigen Portion Wissen gingen wir in die Galerie "Złote tarasy", wo wir unsere letzten Stunden in der Hauptstadt verbrachten. Während wir dann auf den verspäteten Zug warteten, fragten wir uns, ob die Abkürzung PKP für "Polnische Staatsbahn" oder für "Warte, eines Tages kommt sie" steht.
(Lena, Julia M.)
 
Dank der Reise nach Warschau hatte ich die Möglichkeit, viel über die jüdische Kultur zu lernen. Ich habe auch gelernt, mich in einer großen Stadt zurechtzufinden, und die Reise hat mich an die Kunst der Architektur erinnert.
Veronika
 
Kurz vor 15 Uhr verließen wir Warschau in Richtung Wrocław und nach einem kurzen Umstieg in Richtung Görlitz. Sieben Stunden später waren wir dort und eilten müde ins Bett.
 
Trotz einiger Schwierigkeiten war unsere Reise sehr erfolgreich. Wir konnten viele interessante Erkenntnisse und bisher unbekannte Fakten mitnehmen. Wir hatten auch die Möglichkeit, Warschau auf eigene Faust zu erkunden und in unserer Freizeit interessante Orte zu besuchen.
Julia M.
 
Die Reise nach Warschau hat mir gezeigt, wie vielfältig die Kultur unserer Hauptstadt ist. Dank der Reise habe ich verstanden, dass die Spuren der polnischen Geschichte überall um uns herum sind und uns daran erinnern, was uns als Nation geprägt hat. Die Reise gab mir die Möglichkeit, mein Wissen auf vielen Ebenen zu erweitern.
Ola
 
Es war toll, die gemeinsame Reise ist der Grund, warum ich nach Warschau zurückkehren möchte.
Alicja
 
 
Wir bedanken uns bei der  Sanddorfstiftung, die unsere Studienreise mitfinanziert hat.