Von Rittern, Freiheit und Möwen – Abschlussfahrt der 10b nach Danzig
Gemeinsam mit unserem Klassenleiterteam, Frau Kamińska-Bojar und Herrn Siegel, verbrachten wir die letzte Schulwoche in Danzig. Die Stadt begeisterte uns nicht nur mit ihren beeindruckenden Sehenswürdigkeiten, sondern bot uns auch die Möglichkeit, Geschichte hautnah zu erleben und die letzten gemeinsamen Momente zu genießen.
Sonntag – Ankommen ...
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Gemeinsam mit unserem Klassenleiterteam, Frau Kamińska-Bojar und Herrn Siegel, verbrachten wir die letzte Schulwoche in Danzig. Die Stadt begeisterte uns nicht nur mit ihren beeindruckenden Sehenswürdigkeiten, sondern bot uns auch die Möglichkeit, Geschichte hautnah zu erleben und die letzten gemeinsamen Momente zu genießen.
Sonntag – Ankommen zwischen Geschichte und Möwen
Nach einer langen und heißen Busfahrt (Klimaanlage hat uns gerettet) erreichten wir am Sonntagnachmittag endlich unser Ziel: Danzig. Nach dem Einchecken im Hotel hieß es erst einmal Zimmer beziehen, Koffer auspacken und herausfinden, wer wohl das bequemste Bett erwischt hat. Beim gemeinsamen Abendessen stärkten wir uns für die kommenden Tage. Den Abend noch für einen ersten Spaziergang durch die wunderschöne Altstadt. Zwischen historischen Häusern, Kopfsteinpflaster und neugierigen Möwen wurde schnell klar: Diese Stadt hat einiges zu bieten.
Montag – Auf den Spuren des alten Danzigs
Der Montag stand ganz im Zeichen des historischen Danzigs. Gemeinsam erkundeten wir den berühmten Königsweg, bestaunten prächtige Gebäude und besichtigten die imposante Marienkirche. Dabei erfuhren wir viel über die bewegte Geschichte der Stadt, in der seit Jahrhunderten Menschen unterschiedlicher Kulturen und Nationen zusammenlebten.
Besonders spannend wurde es bei der Stadtrallye. In kleinen Gruppen machten wir uns auf die Suche nach kniffligen Aufgaben und versteckten Details. Dabei entstanden nicht nur kreative Lösungen, sondern auch die eine oder andere Diskussion darüber, wo es denn nun wirklich langgeht. Am Nachmittag blieb genügend Zeit, die Stadt auf eigene Faust zu entdecken, Souvenirs zu kaufen oder einfach ein Eis zu genießen – natürlich streng wissenschaftlich getestet.
Dienstag – Geschichte zum Anfassen
Am Dienstag beschäftigten wir uns mit einem ernsten Kapitel der Geschichte. Zunächst besuchten wir die Polnische Post, deren Verteidigung zu Beginn des Zweiten Weltkriegs als Symbol des polnischen Widerstands gilt. Anschließend ging es zur Westerplatte, dem Ort, an dem der deutsche Überfall auf Polen begann.
Die historischen Orte machten die Ereignisse des Zweiten Weltkriegs greifbar und sorgten für nachdenkliche Gespräche. Am Nachmittag konnten wir die Eindrücke etwas verarbeiten und die Freizeit individuell gestalten. Einige zog es noch einmal in die Altstadt, andere genossen einfach das sommerliche Wetter – ganz ohne Geschichtsbuch, aber mit jeder Menge guter Laune.
Mittwoch – Wege zur Freiheit und ein Hauch von Ostsee
Der Mittwoch führte uns ins Europäische Zentrum Solidarność. Dort erfuhren wir, wie die Solidarność-Bewegung dazu beitrug, den Weg zur Demokratie in Polen und schließlich in Europa mitzugestalten. Die moderne Ausstellung zeigte eindrucksvoll, dass Freiheit keine Selbstverständlichkeit ist.
Am Nachmittag wechselten wir von der Geschichte ans Meer. In Sopot spazierten wir über die berühmte Seebrücke, bevor wir auch Gdynia erkundeten. Zwischen Strand, Hafen und Ostseeluft blieb genügend Zeit für Fotos, gemeinsame Gespräche und natürlich den obligatorischen Versuch, möglichst elegant über den Sand zu laufen – was nicht jedem gelang.
Donnerstag – Ritterburg zum Abschluss
Bevor es wieder nach Hause ging, erwartete uns noch ein echtes Highlight: die Marienburg. Die gewaltige Backsteinburg beeindruckte mit ihren mächtigen Mauern und ihrer langen Geschichte. Beim Rundgang fühlten sich manche fast wie Ritter oder Burgfräulein – nur die Rüstung hätte bei den sommerlichen Temperaturen vermutlich niemand freiwillig angezogen.
Anschließend traten wir die Heimreise an. Im Gepäck hatten wir nicht nur Souvenirs, sondern vor allem viele neue Eindrücke, spannende Einblicke in die deutsch-polnische Geschichte und zahlreiche gemeinsame Erinnerungen, über die im Bus auf der Rückfahrt noch lange gelacht wurde.
Die Abschlussfahrt nach Danzig war eine gelungene Mischung aus Geschichte, Kultur, Gemeinschaft und jeder Menge schöner Erlebnisse. Sie hat uns gezeigt, wie wichtig Freiheit, Demokratie und das Miteinander verschiedener Kulturen sind – und dass Klassenfahrten oft genau dort die schönsten Geschichten schreiben, wo sie gar nicht geplant waren.
Wir bedanken uns herzlich bei der Sanddorf-Stiftung, die dank der finenziellen Unterstützung diese Reise ermöglicht hat.
Fünf Tage Natur, Berge und jede Menge Schritte – unsere Exkursion ins Riesengebirge
In diesem Jahr machte sich unsere Klasse 8b auf den Weg ins polnische Riesengebirge. Im Rahmen des fächerverbindenden Unterrichts in Geografie und Biologie erkundeten wir eine einzigartige Landschaft mitten in Europa. Begleitet wurden wir von unserem Klassenleiter Herrn Drewniacki und Frau Lach. Bei den Wanderungen führte uns außerdem der erfahrene Bergführer Herr Paczos si...
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In diesem Jahr machte sich unsere Klasse 8b auf den Weg ins polnische Riesengebirge. Im Rahmen des fächerverbindenden Unterrichts in Geografie und Biologie erkundeten wir eine einzigartige Landschaft mitten in Europa. Begleitet wurden wir von unserem Klassenleiter Herrn Drewniacki und Frau Lach. Bei den Wanderungen führte uns außerdem der erfahrene Bergführer Herr Paczos sicher durch die Berge.
Montag – Ankommen, lernen und die erste Wanderung
Kaum in Jelenia Góra angekommen, ging es schon los: Im Bildungszentrum des Riesengebirge-Nationalparks erfuhren wir viel über die Tier- und Pflanzenwelt sowie über die spannende Geschichte dieser besonderen Grenzregion zwischen Polen, Tschechien und Deutschland.
Am Nachmittag stand die erste Wanderung zur Burg Kynast auf dem Programm. Der Aufstieg brachte einige von uns zwar ordentlich ins Schwitzen, doch oben angekommen wurden wir mit einer tollen Aussicht belohnt. Natürlich durfte auch das obligatorische Klassenfoto nicht fehlen – auch wenn vorher erst einmal alle wieder zu Atem kommen mussten.
Dienstag – Wandern statt Jammern
Der Dienstag war der sportlichste Tag der Woche. Eigentlich sollten wir zu den Schneegruben wandern. Da diese derzeit renoviert werden, führte unsere Tour um das Gebiet herum. Das bedeutete zwar eine etwas andere Strecke, aber genauso viele schöne Ausblicke.
Unterwegs lernten wir viel über die Landschaft und die besondere Natur des Riesengebirges. Es wurde viel gelacht, erzählt und natürlich gefragt: „Wie weit ist es eigentlich noch?“ Die Antwort lautete gefühlt immer: „Nicht mehr weit.“ Am Ende waren wir zwar ziemlich müde, aber auch ein bisschen stolz auf das, was wir geschafft hatten.
Mittwoch – Forschen macht hungrig
Am Mittwoch wurde es wissenschaftlich. Gemeinsam mit Frau Tiebel beschäftigten wir uns in Gruppen mit dem Thema Wasser. Wir untersuchten den Fluß Wrzosówka, beobachteten die Natur und erfuhren, warum Wasser für das Leben im Nationalpark so wichtig ist.
Für die wohl leckerste Motivation der Woche sorgte Frau Korman: Sie brachte eine riesige Wassermelone mit. Nach den Untersuchungen schmeckte die süße Erfrischung besonders gut – wahrscheinlich war sie schneller verschwunden, als man „Wasserkreislauf“ sagen konnte.
Donnerstag – Hitze? Kein Problem!
Eigentlich sollte es nach Karpacz und anschließend auf die Schneekoppe gehen. Doch wegen der hohen Temperaturen wurde das Programm kurzfristig geändert. Stattdessen wanderten wir zum Zackenfall.
Auch wenn wir den höchsten Gipfel des Riesengebirges diesmal nicht erreichten, lohnte sich die Tour auf jeden Fall. Das Rauschen des Wasserfalls sorgte für eine angenehme Abkühlung, und viele nutzten die Gelegenheit für schöne Fotos. Manchmal entstehen die besten Erlebnisse eben dann, wenn man spontan umplanen muss. Und die Schneekoppe muss noch warten.
Freitag – Abschied vom Riesengebirge
Bevor es wieder nach Hause ging, besuchten wir noch einmal die Ausstellung im Bildungszentrum des Riesengebirge-Nationalparks. Jetzt konnten wir viele Dinge wiedererkennen, die wir in den vergangenen Tagen selbst entdeckt hatten.
Mit vielen neuen Eindrücken, jeder Menge gemeinsamer Erlebnisse und vermutlich tausenden gelaufenen Schritten machten wir uns schließlich auf den Heimweg. Die Exkursion zeigte einmal mehr, dass Unterricht nicht immer im Klassenzimmer stattfinden muss. Zwischen Bergen, Wäldern und Wasserfällen lernt es sich manchmal sogar besonders gut – auch wenn der Muskelkater am nächsten Tag daran erinnerte.
Wir bedanken und bei der Sanddorf-Stiftung für die finanzielle Unterstützung dieser Fahrt.
Alpenexkursion 2026
Die Alpenexkursion war eine unvergessliche Erfahrung, bei der wir nicht nur die beeindruckende Bergwelt kennenlernen, sondern auch viele persönliche Herausforderungen meistern konnten. Während der Woche bestiegen wir zahlreiche Berge und legten viele Kilometer sowie insgesamt rund 4600 Höhenmeter zurück. Auch wenn manche Aufstiege anstrengend waren, erreichten wir mit gegens...
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Die Alpenexkursion war eine unvergessliche Erfahrung, bei der wir nicht nur die beeindruckende Bergwelt kennenlernen, sondern auch viele persönliche Herausforderungen meistern konnten. Während der Woche bestiegen wir zahlreiche Berge und legten viele Kilometer sowie insgesamt rund 4600 Höhenmeter zurück. Auch wenn manche Aufstiege anstrengend waren, erreichten wir mit gegenseitiger Motivation und Teamgeist jedes Ziel.
Besonders beeindruckend waren die wunderschönen Ausblicke auf die Berge, Täler und Seen. Die gute Unterkunft, das leckere Essen und das schöne Wetter machten die Woche zusätzlich zu einem besonderen Erlebnis. Auch die gemeinsamen Abende mit vielen lustigen Momenten stärkten den Zusammenhalt in der Gruppe. Insgesamt war die Exkursion eine tolle Erfahrung, an die wir uns noch lange erinnern werden.
Himbeerhelden auf dem polnischen Markt
Freitag, der 26. September 2025, war kein normaler Schultag – die Klasse 6b machte einen Einkaufs-Abenteuer-Ausflug nach Polen. Das Ziel: der Markt. Die Mission: Gemüse, Obst und natürlich Spaß.
Schon am Anfang hörte man überall: „Dzień dobry” und „Ile to kosztuje?” – unsere Lehrerin Frau Kaminska-Bojar war begeistert, dass ...
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Freitag, der 26. September 2025, war kein normaler Schultag – die Klasse 6b machte einen Einkaufs-Abenteuer-Ausflug nach Polen. Das Ziel: der Markt. Die Mission: Gemüse, Obst und natürlich Spaß.
Schon am Anfang hörte man überall: „Dzień dobry” und „Ile to kosztuje?” – unsere Lehrerin Frau Kaminska-Bojar war begeistert, dass wir unser Polnisch in der echten Welt ausprobierten. Und das Beste: Die Verkäufer verstanden uns tatsächlich.
Eine freundliche Verkäuferin war so beeindruckt von unseren Sprachkünsten (oder vielleicht einfach von unserem Charme), dass sie uns zwei Körbchen voller frischer, superleckerer Himbeeren schenkte. Wir fühlten uns wie Sprachhelden – oder besser gesagt: Himbeerhelden!
Nach so viel Polnisch-Training brauchten wir dringend etwas Süßes. Also ging es weiter zur Bäckerei. Dort roch es so gut, dass niemand widerstehen konnte, also kauften wir viele leckere Kekse – reine Glücksenergie und ein perfektes Ende für unseren Tag.
Mit vollen Einkaufstaschen kehrten wir müde, aber glücklich zur Schule zurück. Es war ein Tag voller Lachen, Lernen und leckerer Überraschungen.
Alpenexkursion 2025 - Unser Tagebuch
1. Tag – Samstag, 14.06.
Start 6.12 Uhr Bahnhof Görlitz und dann über Dresden – Hof – München – Innsbruck – Imst nach Stillebach im Pitztal – Ankunft 19.10 Uhr – Schnell geht anders – preiswert nur so 😊
2. Tag - Sonntag, 15.06.
St. Leonhard im Pitztal. Es is...
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1. Tag – Samstag, 14.06.
Start 6.12 Uhr Bahnhof Görlitz und dann über Dresden – Hof – München – Innsbruck – Imst nach Stillebach im Pitztal – Ankunft 19.10 Uhr – Schnell geht anders – preiswert nur so 😊
2. Tag - Sonntag, 15.06.
St. Leonhard im Pitztal. Es ist 7:30 Uhr, die Sonne scheint und die Alpen rufen – ebenso wie Herr Schnabel zum Frühstück. Allerdings wurden wir nicht laut genug gerufen, sodass wir 20 Minuten zu spät kamen. Egal – Doris, unsere Gastgeberin, hatte zum Glück noch genug Äpfel und Brotscheiben übrig.
Um 9:00 Uhr wanderten wir pünktlich – wie die Deutschen eben sind – fröhlich los. Auf dem Weg zur Arzler Alm lachte uns NOCH die Sonne ins Gesicht, ebenso wie sämtliche Kühe und Kälber, die braune Flecken auf der Wiese hinterließen. Die Straße überquerend, begrüßte uns „Doris 2.0“, die uns etwa eine Stunde später auch oben auf der Alm empfing.
Dort füllten wir uns schweren Atems die Flaschen am Brunnen auf, wobei auch ein paar Tropfen auf dem ein oder anderen landeten. Da es warm war, machte uns das nichts aus, und schnell waren wir schlafend im Gras verschwunden – die Kuhglocken als Schlaflied. Nach 20 Minuten mussten wir uns allerdings wieder erheben, da uns der Gipfel wohl bereits erwartete.
Die Hitze erwies sich als etwas zu dominant, was den Aufstieg erschwerte. Zu unserer Erlösung kam dann der Gletscherbach, in dem sich jeder einmal abkühlen konnte. Einige Höhenmeter später erblickten wir endlich das langersehnte Ziel: das Gipfelkreuz des Rappenkopfes.
Zu unserer Enttäuschung war das Gipfelbuch leider bereits komplett gefüllt. Deshalb unterschrieben wir Wandermädels alle auf einem separaten Papier und mussten sogar noch ein kleines Gedicht verfassen. Auch die nepalesischen Flaggen von Frau Götz fanden ihren Platz und machten den nun zugezogenen Himmel doch noch etwas heiterer. Nur 10 Minuten waren vergangen, als uns der erste Schauer erwischte. Somit fiel die lange Mittagspause wortwörtlich ins Wasser.
Auf dem Rückweg zur Arzler Alm begleitete uns zum Glück wieder strahlender Sonnenschein. So teilten wir uns auf: Einige verweilten noch ein bisschen auf der Alm, während wir – Miri, Zosia und Toni – uns (dummerweise?) entschieden, bereits den Abstieg anzutreten.
Drei Wandermädels alleine im Wald – ob das gut geht? Leider nicht ganz. Denn plötzlich fing der Himmel an zu grollen, die Wolken wurden dichter, und die Baumwipfel bewegten sich im Rhythmus des Windes. Durch den prasselnden Regen bekamen wir bereits unsere langersehnte Dusche, allerdings etwas zu früh. Schreiend begannen wir, den Berg hinunterzurennen. Unsere Schuhe hatten sich inzwischen in kleine Teiche verwandelt. Es blitzte und donnerte um uns herum, doch weit und breit war nur Wald und Straße. Der Weg führte uns nur geradeaus – an ein Zurück war längst nicht mehr zu denken.
Google Maps meinte, wir würden eine Stunde und 20 Minuten ins Tal benötigen. Dank unseres Adrenalins schafften wir es in 30 Minuten. Als wir endlich ein Haus sahen, kamen bald auch Autos und Zivilisten – unsere Rettung war versprochen. Der Stein, der uns nun vom Herzen fiel, war der größte seit einer ganz schön langen Weile.
Komplett durchnässt und vor Kälte zitternd, liefen wir schnell in unsere Unterkunft zurück. Auf dem Weg kamen wir an der Pferdekoppel mit dem kleinen Fohlen, dem Büffelgehege und dem Kälbchenstall vorbei. Dann gaben wir uns jeweils einer langen, heißen Dusche hin – und kurz darauf unseren Bettchen.
Um 18:30 Uhr wartete Doris schon mit ihrem täglichen 4-Gänge-Menü: Suppe, Salat, Schnitzel mit Pommes und Schokopudding. Den Abend ließen wir mit Gesprächen in der gemütlichen Stube ausklingen. Was für ein erlebnisreicher Tag – und der Regen hörte immer noch nicht auf!
3. Tag – Montag, 16.06.
Es war neblig und wirkte regnerisch, als wir heute unsere Unterkunft verließen. Mit dem Bus ging es ins nächste Dorf. Von dort aus bestiegen wir den Wanderweg zur Rüsselsheimer Hütte – rund 900 Höhenmeter.
Beschwerlich, aber von der Lust getrieben, die Alpen zu erkunden, stiegen wir voller Energie und Vorfreude hinter Herrn Schnabel im Gänsemarsch den Berg hinauf. Zwischendurch lichtete sich immer wieder die Sicht und offenbarte uns eine wunderschöne Alpenlandschaft.
Eine Playlist mit Liedern von Coldplay, ABBA, Bibi und Tina und vielen weiteren Wünschen motivierte uns immer wieder. Sogar Herr Schnabel war so berührt, dass er seine Handytaschenlampe zückte und damit für echtes Konzertfeeling sorgte.
Mit Musik und einer atemberaubenden Aussicht erreichten wir schließlich die Hütte. Dort begann der schönste Teil des Tages: über den Wolken, mit wunderbar leckerem Essen und in schöner Gemeinschaft – ganz alleine, ohne andere Gäste. Eine Gitarre gab es auch, und wir nutzten sie, um laut und voller Freude Karaoke zu singen. Herr Schnabel und Johanna übernahmen dabei die führende Rolle und begleiteten uns.
Der Rückweg war dann beschwerlich. Der steile Anstieg wurde uns nun zum Verhängnis. Doch dieser Abstieg wurde uns versüßt durch den niedlichen Anblick von zwei Murmeltieren. Gespannt schauten sie uns an und rührten sich keinen Zentimeter. Wir genossen den Moment und verweilten kurz.
Unten angekommen, erwarteten uns freundliche Kühe, die uns mit ihrem wunderbaren Fell und ihrer Zutraulichkeit beeindruckten. Wieder zu Hause gab es – wie immer – ein leckeres Abendessen, gezaubert von unserer lieben Doris. Mit einem kleinen Spaziergang zum nahe gelegenen Teich mit Floß verabschiedeten wir diesen wunderschönen Tag.
4. Tag – Dienstag, 17.06.
Wir starten den Tag etwas müde. Paye hat seit der gestrigen Wanderung Knieschmerzen, doch nachdem er von Frau Götz professionell eingetapet wurde und wir uns das leckere Frühstück haben schmecken lassen, ging die Wanderung los. Nach einer kurzen Busfahrt folgten wir zu Fuß zunächst den Bergstraßen und wanderten über verschiedene matschige Wiesen hinauf zur Mauchele Alm. Dort legten wir eine Pause ein, genossen ein Sonnenbad und leckeren Kuchen, bevor wir zum Brechsee hochstiegen.
Oben angekommen, kletterten wir direkt auf einen Felsen im See, um das perfekte Gruppenfoto zu machen. In der wunderschönen Landschaft des eiskalten Bergsees holte auch Elias seine Drohne heraus, um einzigartige Fotos zu machen. Nach einer ausgiebigen Pause wanderten wir wieder hinunter zur Söllberg Alm. Dort hat uns der sympathische Gastwirt Franz in traditioneller österreichischer Tracht begrüßt.
Bei einem leckeren Kaiserschmarrn fragte Paye kurzerhand, ob der Gastwirt jodeln könne. Daraufhin holte Franz direkt sein Akkordeon heraus und stimmte traditionelle Tiroler Lieder an. Wir stimmten sofort aus voller Kehle ein und gaben unser Bestes beim Jodeln. Kleine Jodelübung für euch: „hol’n Rührei, hol’n Radio.“
Nach der emotionalen Gesangseinlage und einem Gruppenfoto mit Franz setzten wir unseren Rückweg fort. Um 18 Uhr waren wir geschafft, aber sehr glücklich in der Unterkunft, wo Doris bereits wieder lecker gekocht hatte. Dieses Mal ging es früh für uns ins Bett, um Kraft für die morgige Wanderung zu sammeln.
5. Tag – Mittwoch, 18.06.
Der fünfte Tag war mit Abstand der anspruchsvollste – allein schon, weil wir um 6.45 Uhr (oho!) frühstücken mussten. „Den Paul und seinen Gaul“ noch im Ohr, fuhren wir mit dem Bus nach Mittelberg. Von dort aus machten wir uns auf den Weg zur Braunschweiger Hütte, obwohl es von unten gar nicht so aussah, als könne man sie erreichen.
Zuerst ging es im Schatten durch das Tal, wo uns grasende Pferde und Kühe begegneten. Ein paar Streicheleinheiten später führte uns ein schmaler Pfad entlang eines Wasserfalls nach oben. Die Sonne, die uns zu Beginn noch angenehm wärmte, wurde uns schnell zum Verhängnis, sodass wir nur so mit Sonnencreme, -hüten und -brillen um uns warfen. Murmeltiere beobachtend, kletterten wir über größere und kleinere Felsen nach oben, bis wir schließlich auf einer (nicht schneebedeckten!) Skipiste landeten. Wir folgten ihrem steilen Anstieg und konnten so bereits den (dreckigen) Gletscher erspähen.
Zuletzt führte uns ein steiniger Steig, der unsere volle Konzentration erforderte, hinauf zur Hütte. Oben angekommen, gönnten wir uns erst einmal das leckere, übrigens sehr zu empfehlende, Essen der Hüttenküche. Frisch gestärkt führte uns der Himalaya-Bergführer Macchindra über teils schneebedeckte Wege auf den Karleskopf. Dort angekommen, weihte er uns zusammen mit Frau Götz in eine nepalesische Bergtradition ein, mit der wir der Welt Frieden wünschten.
Auf dem Rückweg warf uns Frau Koch hinterhältigerweise mit Schneebällen ab, da die Schulordnung hier nicht galt 🙂. Untermalt wurde das Ganze vom Lied „Willst du einen Schneemann bauen?“ aus Frozen.
Begleitet von diesem Ohrwurm meisterten wir den herausfordernden Rückweg. Je mehr wir an Höhe verloren, desto heißer wurde es – leider. So mussten wir in der Hitze auf den Bus warten, der uns glücklicherweise zum Abendessen brachte. Die liebe Doris kochte uns ein famoses Gemüsecurry, das wir sofort verschlangen.
Voller wunderschöner Eindrücke, aber sehr müde, fielen wir danach sofort ins Bett.
6. Tag – Donnerstag, 19.06.
Melancholisch starteten wir in den letzten Wandertag. Ziel war der Rifflsee. Auf dem Weg bekam jemand Nasenbluten, weshalb wir uns „leider“ eine etwas längere Pause gönnen mussten. Als trainierte Wanderer erklommen wir die 600 Höhenmeter jedoch wie im Flug.
Oben angekommen, legten wir uns zum Mittagsschlaf auf eine Wiese – nur um dann zu erfahren, dass sich das Ziel 10 Minuten weiter befand. Deshalb machten wir eine weitere ausgedehnte Pause, sobald wir den malerisch türkisen Rifflsee erreichten. Wir aßen unser Mittagessen, ließen die Füße ins Wasser baumeln und beobachteten Fische.
Da es viel zu schön war, um schon wieder aufzubrechen, verlängerten wir die Pause um eine halbe Stunde und sonnten uns auf der Bergwiese.
Beim Abstieg streichelten wir Esel, Pferde und Kühe, die auf der Alm grasten. Auf der Taschachalm kauften wir preisgekrönten Käse und aßen (mal wieder). Über die Lautsprecher hörten wir „Paul und seinen Gaul“ und konnten uns nicht vom Mitsingen abhalten.
Den Rückweg durften wir selbstständig bestreiten. Ob zu Fuß oder mit dem Bus – alle kamen an und konnten das tägliche Kneipp-Ritual durchführen.
Zum Abendessen gab es Kaiserschmarrn, den wir in uns hineinschaufelten, als gäbe es kein Morgen (gab es ja auch nicht ☹). Der letzte Abend wurde kulturell gefüllt: Wir tanzten, machten Bergyoga, spielten Spiele, rätselten und hingen Erinnerungen nach. Da wir am nächsten Tag sowieso nur Zug fahren würden, hielten es einige von uns nicht für nötig, früh schlafen zu gehen. Stattdessen betrachteten sie ausgiebig den sternenklaren Nachthimmel.
Mit einem lachenden und einem weinenden Auge traten wir am nächsten Tag die unausweichliche Abreise an. Um ein Gedicht, das wir während des Wanderns geschrieben haben, zu zitieren:
„Über Stock und über Stein,
das kann doch nur die Freiheit sein.
Staunend schauen wir in die Ferne,
hier wandern wir doch sehr gerne.“
7. Tag – Freitag, 20.06.
Heimfahrt – ähnlich langwierig wie auf der Hinfahrt – und so endete um 22.48 Uhr mit der Einfahrt in den Görlitzer Bahnhof die Alpenexkursion 2025.
Abschlussfahrt der Klasse 10b nach Danzig
Montag, den 16.06.
Vor der Entscheidung über das Reiseziel standen uns zwei Möglichkeiten zur Auswahl: eine selbstgestaltete Klassenfahrt zu einem frei gewählten Ziel oder ein vororganisiertes Angebot – Danzig oder Krakau. Nach Beratung mit den Lehrkräften, untereinander und mit Empfehlungen älterer Bekannter entschied sich unsere Klasse f...
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Montag, den 16.06.
Vor der Entscheidung über das Reiseziel standen uns zwei Möglichkeiten zur Auswahl: eine selbstgestaltete Klassenfahrt zu einem frei gewählten Ziel oder ein vororganisiertes Angebot – Danzig oder Krakau. Nach Beratung mit den Lehrkräften, untereinander und mit Empfehlungen älterer Bekannter entschied sich unsere Klasse für die Fahrt in den Norden. Aufgrund dieser Empfehlungen und des öffentlichen Interesses an der Stadt Danzig war die Vorfreude bei den meisten Schülerinnen und Schülern groß.
Danzig spielte bereits im Mittelalter und in der Renaissance eine bedeutende Rolle als Handelsstadt. Schon 1361 wurde sie als Teil des Deutschordensstaats Mitglied der Hanse. Auch später, als Teil des Königlichen Preußens unter polnischer Herrschaft, blieb Danzig ein wichtiger Standort – insbesondere als einziger polnischer Überseehafen.
Nach über einem Jahrhundert unter deutsch-preußischer Herrschaft brach der Erste Weltkrieg aus. In der Folge wurde Danzig zu einer Freien Stadt, unabhängig von Polen und Deutschland. 1939 begann der Zweite Weltkrieg mit dem nationalsozialistischen Angriff auf die Halbinsel Westerplatte in Danzig.
Auch nach dem Krieg, als Danzig mit einer neuen Bevölkerung Teil des wiedererstandenen polnischen Staates wurde, blieb die wirtschaftliche Bedeutung der Stadt erhalten. Einer der größten Häfen Polens befindet sich hier, ebenso wie jahrzehntelang der bedeutendste polnische Industriebetrieb: die Danziger Werft. In dieser Werft entstand auch die polnische Freiheitsbewegung Solidarność.
Unsere Klasse startete die letzte gemeinsame Klassenfahrt um 8 Uhr mit der Hinfahrt nach Danzig. Mit nur wenigen Pausen kamen wir gegen 17 Uhr im Hotel an. Jeder richtete sich in seinem Zimmer ein. Um 19 Uhr trafen wir uns zu einem gemeinsamen Abendessen. Nachdem alle gegessen hatten, gingen einige zurück auf ihre Zimmer, andere machten noch einen kurzen Abstecher zum Mini-Supermarkt "Żabka". Um 22 Uhr gaben uns die Lehrkräfte die wichtigsten Informationen für den nächsten Tag und wünschten uns eine gute Nacht.
Dienstag, den 17.06.
Am Dienstag verbrachten wir den ganzen Tag in der historischen Altstadt von Danzig. Nach dem Frühstück fuhren wir mit dem Bus in das Stadtzentrum und begannen unsere Besichtigungstour mit dem Uphagen-Haus – einem beeindruckenden Bürgerhaus aus dem 18. Jahrhundert, das uns einen Einblick in das Leben einer wohlhabenden Kaufmannsfamilie der damaligen Zeit gab. Danach spazierten wir über die berühmte ulica Długa (Lange Gasse), wo wir zahlreiche restaurierte Häuser mit prächtigen Fassaden bewundern konnten. Dort sahen wir unter anderem den Langen Markt mit dem Neptunbrunnen und das prächtige Rechtstädtische Rathaus.
Nach der Führung nahmen wir an einem spannenden Stadtspiel teil, bei dem wir in kleinen Gruppen Aufgaben lösen und versteckte Orte in der Altstadt entdecken mussten. So konnten wir auf spielerische Weise unser Wissen vertiefen und die Stadt auf eigene Faust erkunden. Besonders viel Spaß machte es, mit anderen Passanten ins Gespräch zu kommen oder historische Details an Gebäuden zu finden, die man sonst leicht übersehen hätte.
Zu den weiteren Sehenswürdigkeiten, die wir während des Tages bewunderten, gehörten das Goldene Tor, das Grüne Tor sowie das Krantor – eines der Wahrzeichen der Stadt. Auch die Marienkirche, eine der größten Backsteinkirchen der Welt, beeindruckte uns mit ihrer Größe und schlichten Schönheit. Die Atmosphäre der Stadt, die direkt an der Mottlau liegt, war lebendig und gleichzeitig geschichtsträchtig.
Besonders eindrucksvoll war, wie gut die Altstadt von Danzig restauriert und gepflegt ist – trotz der fast vollständigen Zerstörung im Zweiten Weltkrieg. Beim Bummeln über die ulica Długa spürte man regelrecht den historischen Charakter der Stadt. Die prachtvollen Bürgerhäuser, verzierten Fassaden und engen Gassen vermittelten ein Gefühl dafür, wie bedeutend Danzig früher als Handelsstadt gewesen sein muss.
Durch seine Lage an der Ostsee und den Zugang zur Mottlau und Weichsel entwickelte sich Danzig bereits im Mittelalter zu einem wichtigen Knotenpunkt im Handel zwischen Ost und West. Als Mitglied der Hanse war die Stadt über Jahrhunderte wirtschaftlich einflussreich – dieser Reichtum spiegelt sich bis heute in der Architektur und den historischen Gebäuden wider. Für uns war es faszinierend zu sehen, wie Geschichte, Kultur und moderne Stadtentwicklung hier aufeinandertreffen. Danzig ist nicht nur ein schönes Reiseziel, sondern auch ein Ort mit tiefer historischer Bedeutung, die man vor Ort ganz unmittelbar erleben kann.
Mittwoch, den 18.06.
Am Mittwoch erlebten wir einen weiteren spannenden Tag auf unserer Klassenfahrt in Danzig. Am Vormittag trafen wir uns mit unserer Führerin am Solidarność-Zentrum. Das Europäische Solidarność-Zentrum (Europejskie Centrum Solidarności) befindet sich direkt neben dem historischen Eingangstor zur ehemaligen Danziger Werft. Es wurde 2014 eröffnet und ist ein Museum sowie Bildungszentrum, das die Geschichte der Solidarność-Bewegung und der friedlichen Freiheitsbewegungen in Mittel- und Osteuropa dokumentiert. Die multimediale Ausstellung beeindruckt mit originalen Exponaten, Zeitzeugenberichten und interaktiven Stationen. Das Gebäude selbst ist architektonisch besonders auffällig und soll an ein Schiff erinnern – ein Symbol für die Werftarbeiter und ihren Kampf um Freiheit.
Die Führung war zwar ziemlich lang und stellenweise auch anstrengend, insgesamt aber sehr spannend und bewegend. Besonders beeindruckend war die Geschichte des Arbeiterstreiks in den 1980er-Jahren, der in der Danziger Werft seinen Anfang nahm. Die gesamte Führung regte dazu an, über das Streben nach Gerechtigkeit und gesellschaftlichem Zusammenhalt nachzudenken.
Am Nachmittag fuhren wir nach Sopot an den Strand. Dort stand uns der gesamte Nachmittag zur freien Verfügung. Viele von uns verbrachten die Zeit am Strand oder schlenderten entlang der Promenade. Sopot ist ein beliebter Badeort an der polnischen Ostseeküste und gehört zur sogenannten Dreistadt (Danzig–Sopot–Gdynia). Besonders bekannt ist die Seebrücke von Sopot – die längste hölzerne Seebrücke Europas. Neben dem breiten Sandstrand bietet der Ort zahlreiche Cafés, Restaurants und Boutiquen entlang der belebten Monte-Cassino-Straße.
Am frühen Abend gingen wir noch einmal gemeinsam als Klasse essen und fuhren anschließend mit dem Bus zurück ins Hotel.
Donnerstag, den 19.06.
Am Morgen des 19.06.2025 fuhren wir mit dem Bus auf die Westerplatte, eine Halbinsel im polnischen Gdańsk. Vor Ort erfuhren wir mehr über die geologische Entstehung der Halbinsel und besichtigten anschließend Ruinen aus dem Zweiten Weltkrieg. Unsere Gruppenführerin, die uns bereits in den vergangenen zwei Tagen begleitet hatte, erzählte uns von der historischen Bedeutung der Westerplatte und dem Beginn des Zweiten Weltkriegs in Europa.
Am 1. September 1939 um 4:45 Uhr eröffnete das deutsche Kriegsschiff *Schleswig-Holstein* das Feuer. Zuvor war es mit angeblich friedlichen Absichten in den Hafen eingelaufen und hatte lediglich Offiziersanwärter an Bord – tatsächlich befanden sich jedoch rund 300 Sturmsoldaten der Wehrmacht unter Deck, die die Westerplatte vom Land aus angreifen sollten. Der Beschuss der polnischen Munitionsdepots war der erste militärische Akt des Zweiten Weltkriegs.
Trotz zahlenmäßiger Unterlegenheit – es standen nur 88 polnische Soldaten unter dem Kommando von Major Henryk Sucharski zur Verfügung – leisteten die Verteidiger sieben Tage lang erbitterten Widerstand gegen Angriffe zu Wasser, zu Lande und aus der Luft. Erst am 7. September mussten sie sich geschlagen geben. Ihr mutiger Einsatz wurde in ganz Polen zum Symbol des Widerstands gegen den nationalsozialistischen Überfall. Heute erinnert ein großes Denkmal mit symbolischen Gräbern der gefallenen polnischen Soldaten an diesen historischen Ort und seine Bedeutung.
Anschließend fuhren wir zurück in die Stadt Danzig, zur Polnischen Post. Auch hier sind Spuren des deutschen Überfalls sichtbar. Unsere Gruppenführerin erklärte uns, dass es sich damals um die Polnische Post in der Freien Stadt Danzig handelte. Am 1. September 1939 griffen deutsche Einheiten auch dieses Gebäude an, das von rund 50 polnischen Postbeamten und Freiwilligen tapfer verteidigt wurde. Sie leisteten Widerstand gegen schwer bewaffnete Truppenverbände der Wehrmacht, Polizei und SS. Der Kampf dauerte etwa 14 Stunden. Am Nachmittag, als das Gebäude von Panzern an der Vorderseite besetzt wurde und keine Aussicht auf weitere Verteidigung bestand, versuchte der Postdirektor Dr. Jan Michoń mit einer weißen Fahne die Kapitulation einzuleiten. Doch kaum hatte er das Gebäude verlassen, wurde er sofort erschossen. Kurz darauf trat eine zweite Person mit weißer Fahne hinaus – sie wurde grausam mit einem Flammenwerfer getötet. Nach diesem brutalen Vorgehen sahen die verbliebenen Verteidiger keine Möglichkeit mehr zur Flucht oder zum Widerstand und kamen schließlich freiwillig aus dem Gebäude. Die meisten von ihnen wurden später von den deutschen Besatzern zum Tode verurteilt und standrechtlich erschossen.
Heute befindet sich in dem Gebäude ein Museum, das derzeit umgebaut wird. Im Hinterhof steht ein Denkmal für die erschossenen Verteidiger der Post. Vor dem Gebäude befindet sich ein weiteres Denkmal: Es zeigt einen sterbenden polnischen Soldaten, der sein Gewehr der Göttin Nike übergibt, während Posttauben über ihn hinwegfliegen. Die Verteidigung der Polnischen Post in Danzig gilt – ebenso wie die der Westerplatte – bis heute als beeindruckendes Beispiel für Mut, Opferbereitschaft und den ungleichen Kampf gegen den nationalsozialistischen Überfall.
Freitag, den 20.06.
Der Morgen des 20.06. und damit unseres letzten Tages begann früher als an den vorherigen Tagen. Da wir bereits um neun Uhr die Marienburg besichtigen wollten, mussten wir um 7:35 Uhr auschecken. Nachdem alle Koffer pünktlich im Anhänger des Busses verstaut worden waren, fuhren wir etwa eine Stunde zur Marienburg.
Die Marienburg ist die größte erhaltene Backsteinburg Europas und zählt seit 1997 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Sie wurde im 13. Jahrhundert vom Deutschen Orden als Festung und Verwaltungszentrum erbaut. Im Mittelalter war sie eines der bedeutendsten Machtzentren in Osteuropa. Nach wechselvoller Geschichte wurde sie im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt und später aufwendig rekonstruiert. Heute gilt sie als eines der eindrucksvollsten Beispiele mittelalterlicher Wehrarchitektur in Europa.
Dort erhielten wir Audioguides auf Polnisch und Deutsch, die uns nahezu narrensicher durch die Burg führten. So erkundeten wir rund zwei Stunden lang die Anlage und lernten viel über die gotische Architektur, deutsche sowie polnische Geschichte und den Alltag der Brüder des Deutschen Ordens. Zudem gab es Ausstellungen zu Bernstein, orientalischen Waffen und der Herstellung von Buntglasfenstern.
Die Tour endete etwas früher als erwartet. Nachdem auch die letzte Person am Treffpunkt eingetroffen war, konnten wir – natürlich nicht ohne ein abschließendes Klassenfoto – die Heimreise antreten. Unterbrochen von ein paar Pausen verlief die Rückfahrt nach Görlitz reibungslos, wo wir bereits von unseren Eltern empfangen wurden.
Damit endete unsere letzte gemeinsame Klassenfahrt.
Wir bedanken uns bei der Sanddorf-Stiftung für die finanzielle Unterstützung unserer Klassenfahrt.





